Mit Gloggnitz kommt das Überraschungsteam des Herbstes

November 21, 2025
Am kommenden Freitag ist der SV Gloggnitz zu Gast im Ausweichquartier in Hirschstetten. Die Blau-Weißen liegen mit 31 Zählern derzeit an der 2. Stelle und sind eine der großen Überraschungen der Herbstrunde. Nach einer durchschnittlichen Performance gegen den FavAC mit einem 1: 0 Heimsieg ist man gegen die Dornbacher (vier Niederlagen in Serie) klarer Favorit. Beim Sport-Club ist es in Leobendorf zwar besser gelaufen als in den Partien zuvor, das ändert aber nichts am 14. Platz mit nur 13 Punkten. Vor der Winterpause möchten die Dornbacher noch einmal alles geben und zumindest anschreiben.

Freitag, 21.11.2025 – 19.00 Uhr 17. Runde RLO

Wiener Sport-Club – SV druckmittel.at Gloggnitz

WFV-22 Hirschstetten

Schiedsrichter: Arif Erdem

Assistenten: Richard Szombaty, Emra Dinleyici

Der Ort

Die Stadtgemeinde Gloggnitz liegt im Bezirk Neunkirchen, zählt knapp 6.000 Einwohner und ist von Trainingszentrum des Sport-Clubs ca. 87,5 km entfernt. Die Bezeichnung „Stadt in den Bergen“ leitet sich von der Nähe zum Semmering, dem Schneeberg und der Rax ab. In die Geschichtsbücher eingegangen ist Gloggnitz dadurch, dass am Ende des 2. Weltkriegs die vordringenden Sowjets auf Karl Renner stießen, der sich in seiner Villa im Hausarrest befand. Die nachfolgenden Verhandlungen mündeten in die Bildung einer provisorischen österreichischen Regierung am 27.4.1945, also vor 80 Jahren.

Der Verein

Die Sportvereinigung Gloggnitz wurde 1922 gegründet, feierte also vor drei Jahren den Hunderter. Die Erringung des Meistertitels in der Nö. Landesliga 1948/49 bedeutete den direkten Aufstieg in die neu gegründete österreichische Staatsliga. Zu den Matches gegen die Austria und gegen Rapid strömten an die 10.000 Zuschauer*innen ins Alpenstadion. Nach diesem Jahr in der Top-Liga erfolgte der Abstieg in die Staatsliga B und im nächsten Jahr in die Landesliga. Nach vier Jahren Regionalliga Ost ging es bis in die letzte Klasse bergab. Ein Neubeginn setzte 1971 durch die Fusion der beiden Gloggnitzer Vereine unter dem jetzigen Namen ein und gipfelte in dem  Nö. Meistertitel in der Saison 20243/24. Gloggnitz verfügt auch über ein Damen-Team, das ab 2005 auch in der Frauen-Bundesliga antrat, eine Fusion mit Wr. Neustadt einging, kurz den Betrieb einstellte und seit dem Vorjahr in der 1. Klasse Industrieviertel antritt.

Die Heimspiele werden in dem idyllisch gelegenen Alpenstadion bzw. Krammer Arena Gloggnitz ausgetragen, das 1940 errichtet wurde. 2011 wurde die Tribüne abgerissen und durch eine neue ersetzt. Seitdem fasst dieses Schmuckkasterl an die 5000 Besucher*innen.

Unsere Gäste – die Mannschaft

Der SV Gloggnitz spielt die aktuelle Saison wieder in der Regionalliga Ost, nachdem sie im Vorjahr an der 13. Stelle landete und lange Zeit in den Abstiegskampf verwickelt war. Der Kader umfasst 31 Akteure mit einem Durchschnittsalter von 25,5 Jahren. Vier Legionäre machen einen Anteil von 12,9 Prozent aus. Gegen den FavAC SV begann Gloggnitz mit folgender Formation: Sulzer; Haller, Etzelsdorfer, Holzhauser, Peinsipp; Röcher, Gruber Kande, Handler; Borkowski, Svoboda, Prenner. Vergleicht man sie mit der Truppe des Frühjahrs, so sind nur zwei Akteure, nämlich der Ex-Sport-Club-Spieler Peinsipp und Ex-Austrianer Holzhauser übrig geblieben. Dieser ist mit den Stationen VfB Stuttgart, Beim FC Augsburg, bei der Austria und bei den Grasshoppers Zürich der bekannteste Spieler. Ihm am nächsten kommt Thorsten Röcher, der schon den Dress von Mattersburg, Sturm Graz, Ingolstadt und Wolfsberg getragen hat. Nach einer vereinslosen Zeit ist er jetzt zu dem Verein zurückgekehrt, bei dem er schon als Jugendspieler angetreten ist.

Zugänge/ Abgänge

Vor einem Jahr schloss der SV Gloggnitz im Herbstsaison als Tabellenschlusslicht ab, die „Mission Klassenerhalt“ wurde gerade noch geschafft. Im heurigen Jahr soll alles anders werden, deshalb wurde der Großteil des Kaders getauscht. Prominentester Abgang war „Lebensversicherung“ Josef Pross, der ausgerechnet zum Ligakonkurrenten Traiskirchen wechselte. Ex-Erstligaspieler Thorsten Röcher soll im offensiven Mittelfeld die Fäden ziehen, der Deutsche Jonas Borowski genauso wie der aus Leobendorf kommende Tscheche Antonin Svoboda die nötigen Treffer erzielen; bis jetzt hat er seine Erwartungen erfüllt – immerhin hat er schon sieben Mal ins Schwarze getroffen. Eher enttäuschend blieb der Ex-Siegendorfer Emanuel Kande, der bis dato weder in der Schützen- noch in der Assistwertung aufscheint bzw. keine Partie durchgespielt hat. Neben Pross verloren die Gloggnitzer noch Burai (ging nach Neusiedl) und Ortner, der bei Mauer andockte.

Trainerstab

Eduard Stössl (43) ist seit knapp einem Jahr Übungsleiter am Fuß des Semmerings. Seine Assistenten sind Thomas Eckbauer und Thomas Jerey, der als Individualtrainer und Physiotherapeut aufscheint. Christian Brunner arbeitet als Sportkoordinator, während Franz Mathois als Sportlicher Leiter fungiert.

SV Gloggnitz – die bisherigen Spiele

Der Start in den Herbstdurchgang verlief für Gloggnitz sehr erfreulich: Drei 1:0 Siege, zwei Unentschieden, Danach folgte eine 0:4 Schlappe in Horn (6: Runde), und auch die Partie in Oberwart ging 0:2 verloren. Zwei 1:0 Siege gegen die Spitzenteams Donau und Leader Leobendorf und einige Unentschieden ergeben eine sehr positive Bilanz: Zweiter Platz hinter Leobendorf mit 31 Punkten, das liegt weit über dem Plansoll. Gloggnitz verfügt bis dato über die stabilste Abwehr der RLO (nur 9 Gegentreffer), gewann neunmal mit 1:0, hat nur ein Manko im Angriff (18 Treffer), was in der Statistik Rang 10 ausmacht.

Wiener Sport-Club – die aktuelle Situation

Die Schwarz-Weißen sind bei einem durchschnittlichen Start nach der ersten Niederlage (1:3 in Krems) immer weiter nach unten gesackt. Die Niederlagenserie (4 Partien, Torverhältnis 2:13) hat die Dornbacher mitten in die Abstiegszone gehievt und kann nur durch einen Kraftakt im Frühjahr einigermaßen korrigiert werden, wahrscheinlich mit Veränderungen in der Kaderzusammenstellung und mit einer intensiven Vorbereitung, in der Neo-Trainer Stefan Rapp seine Spielphilosophie so vermittelt, dass der Sport-Club wieder Tore schießt und Punkte einheimst. Gloggnitz als letzte Partie im Herbst ist noch einmal die Chance gegen einen übermächtig scheinenden Gegner zu überraschen und zu zeigen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Zuletzt gespielt

Wiener Sport-Club

15.11.2025   RLO  16. Runde SC Leobendorf  – Wiener Sport-Club    4:2 (2:1)

7.11. 2025    RLO  15. Runde SC Neusiedl/See –  Wiener Sport-Club 2:0 (1:0)

31.10.2025   RLO  14. Runde SV Oberwart – Wiener Sport-Club        4:0 (2:0)

SV Gloggnitz

15.11.2025   RLO 16. Runde SV Gloggnitz –  FavAC   1:0 (0:0)

8.11.2025     RLO 15. Runde SU Mauer – SV Gloggnitz   0:0

1.11.2025     RLO 14. Runde SV Gloggnitz – SC Retz    3:0 (1:0)

Letzte Partien gegeneinander

12.10.2024 RLO   11. Runde SV Gloggnitz – Wiener Sport-Club 0:2 (0:1)

9.5.2025     RLO  26. Runde  Wiener Sport-Club –  SV Gloggnitz –2:2 (2:1)

Text: Friedl Schweinhammer

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