Von Punkt zu Punkt: Keles und Kalajdzic retten WSC

August 31, 2025
Spannung bis zur letzten Minute: Im vorletzten Heimspiel des Jahres liefert der WSC sich mit Traiskirchen einen offenen Schlagabtausch. Nach frühem Druck der Gäste und starken Paraden von Hotop geht Traiskirchen zunächst in Führung, doch Keles gleicht vom Elfmeterpunkt aus. Kurz vor Schluss geraten die Hernalser erneut in Rückstand, holen in der Nachspielzeit aber den späten Ausgleich – am Ende steht ein wichtiges 2:2.

Freitag, 29.8.2025 – 19.30 Uhr/5. Runde RLO
Wiener Sport-Club – FCM Traiskirchen 2:2 (0:0)
Trainingszentrum WSC,  911 ZuschauerInnen
Schiedsrichter: Heiner Christian
Assistenten:  Bekteshi Alban, Kruisz David

Aufstellungen

Wiener Sport-Club: Hotop; Macher (HZ‘ Grubesic), Gusic (K), Ivkic, Pfaffl; Radulovic (90′ Akrap), Berkovic (90′ Neumayer), Wunsch; Keles, Aichinger (54′ Kalajdzic), Kerber (86′ Griebus).

FCM Traiskirchen Bayram; Klar (74′ Trost), Maierhofer, Aussenegg; Lederer (K) (80′ Makrisevic), Maierhofer (90+1′ Mihalits), Ebner, Felber (HZ‘ Leidinger); Odagaki, Schobesberger (90+1′ Gallei), Pross.

Spielbericht

Nach der spielfreien Woche und dem Testspielerfolg gegen Horn 2 (5:0) geht es für den WSC in der Regionalliga Ost weiter. In der Startelf gibt es viele Änderungen: Hotop bleibt im Tor, in der Defensive agieren neben Kapitän Gusic auch Macher, Ivkic und Pfaffl. Im Mittelfeld sorgen Radulovic, Berkovic und Wunsch für Spielkontrolle, während vorne unverändert Keles, Aichinger und Kerber stürmen.

Im ungewohnt vorletzten Heimspiel des Jahres 2025 (in August) starten die Gäste aus der Thermenregion vor 911 Zuschauer:innen besser und zwingen Hotop schon früh zu einer wichtigen Parade nach einem Abschluss von Felber (3.). Kurz darauf muss er erneut eingreifen, als Schobesberger einen guten Freistoß aufs Tor bringt (9.). Lange mussten die Fans auf den ersten Torschuss des WSC warten: In der 10. Minute probiert es Radulovic nach einer Ecke mit einem Distanzschuss. Wenig später findet Schobesberger eine Lücke, wird jedoch von Macher zum Spielfeldrand gedrängt, sodass er nur noch flanken kann – Pfaffl köpft den Ball ohne Probleme weg. Das Spiel findet größtenteils in der Hälfte der Gastgeber statt, die aus allen Ecken und Winkeln unter Druck gesetzt werden. Doch nicht nur Hotop, auch die Verteidiger agieren sehr aufmerksam. Zwischendurch ergibt sich für den WSC eine gute Kontermöglichkeit: Nach einem Ballverlust reagiert Pfaffl schnell und passt zu Wunsch, der im Tiki-Taka Zusammenspiel mit Keles und Kerber nach vorne stürmt. Da der Strafraum jedoch dicht besetzt ist, versucht es am Ende vom Zusammenspiel Radulovic erneut mit einem Weitschuss (22.). Es wird noch einmal gefährlich für Hotop: nach dem Verlassen des Strafraumes grätscht er Schobesberger den Ball weg, Felber kommt zum Nachschuss und zieht aus 40 Metern über das leere Tor (42.). Auf der anderen Seite gibt es vor der Pause noch eine Möglichkeit für die Gäste: Nach einem Freistoß von Keles faustet Bayram den Ball zu Odagaki, der mit Tempo umschaltet und Pross in Szene setzt – doch Keles wirft sich in den Weg.

Nach der Halbzeit starten die Hernalser mit Standardsituationen besser, aber man merkt, dass die Traiskirchner auf solche Momente gut vorbereitet sind. In der 54. Minute gehen die Gäste in Führung: Nach einem weiten Einwurf von Maierhofer setzt sich Schobesberger im Zweikampf durch und legt auf Odagaki ab, der allein vor Hotop eiskalt zum 0:1 einschiebt. Nach dem Gegentor wird Keles noch offensiver und sorgt für zahlreiche Angriffe: Berkovic passt auf die rechte Seite zu Keles, der gekonnt zu Kalajdzic flankt. Dessen Kopfball legt er nach hinten zu Pfaffl, der wiederum zu Berkovic flankt. Der Mittelfeldmann zieht wuchtig ab, doch Bayram pariert zentral (68.). Wenig später schlägt Keles mehrere Flanken auf Gusic, der zwar immer an den Ball kommt, aber das Leder nicht im Tor unterbringt. Dann Elfmeter für den WSC! Kalajdzic findet eine Lücke in der Abwehr, wird im Strafraum zu Fall gebracht – Keles verwandelt trocken zum 1:1-Ausgleich (77.). In der 83. Minute zeigt Kerber eine sehenswerte Dribbelshow, legt auf Kalajdzic ab, der sich gegen zwei Verteidiger aber nicht durchsetzen kann. Die Mannschaft von Horniatscheck respektieren die Sturmspitze sichtlich. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. In der 89. Minute fällt das 1:2: Nach einer Ecke nimmt Maierhofer den Ball im Strafraum an, setzt sich durch und trifft ins linke untere Eck. Doch der WSC gibt nicht auf. In der Schlussphase wirft die Mannschaft alles nach vorne – erneut bedient Keles mit einem Lupfer Kalajdzic, der im Strafraum zu Boden gerissen wird. Wieder Elfmeter! Diesmal tritt er selbst an und erzielt sein erstes Tor im schwarz-weißen Trikot – 2:2!

Nach dem Schlusspfiff kommt es zu einem unschönen Zwischenfall: Der Obmann von Traiskirchen geht auf den Schiedsrichter los und stößt ihn zu Boden. Dank des schnellen Eingreifens von Gusic und den Schiedsrichterkollegen beruhigt sich die Situation rasch. Mit dem schwer erkämpften Punkt hat der WSC dennoch Grund zum Feiern – einige Fans lassen den Abend auf dem Yppenplatz bei der „Langen Nacht der Märkte“ ausklingen und genießen die warme Nacht.

Fazit

Der WSC fightet sich im vorletzten Heimspiel des Jahres zu einem 2:2 gegen Traiskirchen. In Hälfte eins hält vor allem die Defensive rund um Goalie Hotop dem Dauerdruck der Gäste stand. Nach dem Rückstand kurz nach der Pause übernimmt Keles Verantwortung, zeigt Offensivpower pur und versenkt den Elfer eiskalt zum Ausgleich. Kurz vor Schluss kassieren die Hernalser zwar erneut ein Gegentor, doch in einer dramatischen Endphase donnert Kalajdzic vom Punkt den Ball ins Netz – und krönt damit sein Comeback. Mit der Kaltschnäuzigkeit von Keles und der Rückkehr von Kalajdzic gibt’s jetzt richtig Rückenwind für die nächsten Spiele – und die Vorfreude steigt von Spiel zu Spiel!

PS: Das nächste Heimspiel findet in fast 12 Wochen gegen Gloggnitz am 21.November! Ich rieche schon den Glühwein. 😉

Torfolge

0:1 Alexander Leidinger (55‘)
1:1 Eren Keles (77′)
1:2 Bastian Tim Maierhofer (89′)
2:2 Daniel Kalajdzic (90+4′)

Gelbe Karten Wiener Sport-Club

20‘ Macher (Unsportlichkeit)
29‘ Berkovic (Foulspiel)

Gelbe Karten FCM Traiskirchen

57‘ Aussenegg (Foulspiel)
63′ Schobesberger (Unsportlichkeit)
75′ Maierhofer (Unsportlichkeit)

Text: Thomas Flixeder
Foto: Livio Stella

Mehr zum Thema​

Elektra war beim 4:0 der Hernalser noch gut bedient

Dem verpatzten Start im neuen Stadion folgte die Wiedergutmachung. Ein klarer 4: 0-Erfolg, der noch deutlich höher hätte ausfallen können, gegen völlig harmlose Gäste brachte den erhofften Punktezuwachs. Nikki Wunsch eröffnete den Torreigen mit einem Abstauber zum 1:0 (13. Min.). Knapp nach der Pause scorte Aichinger aus einer ähnlichen Situation zum 2:0; abermals war es Nikki Wunsch, der überlegt zum 3:0 einschob (65.). Den Schlusspunkt setzte Lucas Pfaffl nach einer sehenswerten Kombination – 4:0 in der 87. Minute.

Kein Erfolgserlebnis im Stadion der Superlative

Freitag, 17.4.2026: Eine neue Zeitrechnung in der langen Geschichte des Wiener Sport-Clubs beginnt: Das revitalisierte Stadion an der Alszeile öffnet seine Pforten, knapp 6000 ZuschauerInnen, die ein Ticket ergattert haben, strömen erwartungsfroh ins Innere und werden rasch von der neuen Spielstätte gefangen genommen. Es ist alles perfekt organisiert, das obligatorische Band wird durchschnitten, eine Choreographie verleiht der FHT das Flair großer Spiele, und die gewohnten Songs ertönen in neuer Akustik. Der krönende Abschluss bleibt leider aus: Isa Drammeh Jabbeh schießt nach einer Stunde das Tor zum 1:0 Sieg und wird zum Partycrasher eines ansonsten rundum gelungenen Fußballfests.
0