Nur ein Punkt in spannender Heimpartie

Mai 12, 2025
Der Sport-Club hat in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz und geht durch Kapitän Berkovic nach einer Traumkombination in Führung (14‘). Der Torjubel von Platzsprecher Roly Spöttling ist noch nicht verhallt, da gleicht Spielmacher Soljankic durch einen präzisen Distanzschuss aus (15‘). Die Hernalser liegen nach einem Keles-Strafstoß erneut voran. Bis zum Pausenpfiff gibt es Chancen hüben und drüben, es fällt jedoch kein Treffer. Nach Wiederanpfiff startet Gloggnitz überfallsartig, kommt zu Chancen, aber zu keinem Torerfolg. Der Sport-Club fängt sich wieder, die Gäste kommen allerdings ein zweites Mal zurück. Pross bringt den Ball nach einer Ecke und einem „Billardstoß“ im Tor unter (70‘). Der Sport-Club erhöht das Tempo, Gloggnitz antwortet mit gefährlichen Kontern. Es ist in den letzten 20 Minuten ein Fight mit offenem Visier, der letztlich mit einem 2:2 endet.

Freitag, 9.5.2025 – 19.30 Uhr/26. Runde RLO

Wiener Sport-Club – SV Gloggnitz 2:2 (2:1)

Sport-Club, Trainingszentrum  Erdbrustgasse, 1124 Zuschauer*innen

Schiedsrichter: Claus Wisak

Assistenten: Kaan Koldere, David Kruisz

Spielbericht

Trainer Robert Weinstabl verändert die bei der Wiener Viktoria siegreiche Elf geringfügig:  An Stelle desgesperrten Macher  kehrt Lucas Pfaffl in die Startformation zurück. Kazan steht im Tor, in der Verteidigung beginnen Pfaffl, Schuster, Ivkic und Tütünci; Radulovic und Berkovic starten im defensiven Mittelfeld, Wunsch im Zentrum. An den Flanken sind Keles und Kerber nominiert, und als Sturmspitze agiertAichinger erstmals von Beginn an.

Das ideale Wetter und der gute Lauf der Dornbacherhaben weit über 1000 Besucher*innen nach Ottakring gelockt. Die ersten Minuten sind vom Abtasten geprägt; Die Hernalser halten den Ball in den eigenen Reihen, wollen ihren Rhythmus finden, die Gäste versuchen hingegen, diesen durch schnelles Anlaufen zu brechen. Die erste nennenswerte Aktion setzt Holzhauser mit einem Freistoß, und Pross köpfelt knapp übers Tor (9‘). Diese gefährliche Situation ist ein Weckruf für die Schwarz-Weißen, aggressiver und direkt zu spielen. Es folgt ein Spielzug wie aus dem Lehrbuch: Wunsch tritt an, Doppelpass mit Tütünci, Pass in den Rückraum, und Berkovic netzt freistehend ein (14‘). Freude im Publikum und beim Platzsprecher Roland Spöttling, aber die kalte Dusche folgt postwendend. Soljankic nimmt den Ball aus ca. 20 m Entfernung an und trifft haargenau ins lange Eck zum 1:1 (15‘). Jetzt nimmt die Partie Fahrt auf: Zuerst kommt Pross zu zwei Chancen, dann köpfelt Aichinger nach einem Tütünci-Vorstoß drüber 20‘). Die nächste Aktion sorgt noch lange für Gesprächsstoff: Radulovic, seit Wochen in Bestform, zieht aus über 30 m wuchtig ab, der Ball prallt von der Innenstange auf den Boden, anschließend auf den Kopf von Keles, doch Goalie Bliem wehrt ab. Die Dornbacher reklamieren einen Treffer, Schiedsrichter Wisak und sein Assistent lassen allerdings weiterspielen. Dem enttäuschten Radulovic wird wegen seiner Proteste die gelbe Karte präsentiert. Der Ball war jedoch, und diese Wahrnehmung vieler Zuschauer bestätigen Video-Aufzeichnungen, ganz deutlich, hinter der Linie, also kein WM-Finaltor 1966, sondern Radulovic‘ Traumtor in Leobendorf reloaded. Traurige Realität: Statt einem „Tor der Woche“ folgt am kommenden Freitag ein Platz auf der Tribüne (wegen der 5. gelben Karte) – so ungerecht kann Fußball sein. Der Sport-Club stürmt nach Ende der Aufregungen weiter: Pfaffl dringt nach Zuspiel von Keles in den Strafraum ein, wird gelegt, und der Schiri gibt einen Strafstoß: Keles schießt scharf in die Tormitte, und es steht 2:1 (24‘). Jetzt folgt eine starke Phase der Gäste: Pross wird an der Schnittstelle angespielt, scheitert jedoch im 1:1-Duell am blendend disponierten Kazan (28‘). Vier Minuten später tritt der frei stehende Pirollo an, seine Flanke reißt ihm ab und streift noch die Querlatte. Danach ein weiter Pass auf Pross, Kazan sprintet aus dem Tor, ist schneller am Ball; Pross erwischt ihn aber voll, Gott sei Dank kann der Goalieaber weiterspielen. Die Partie wird zusehends rauer, und Ivkic holt sich deswegen Gelb ab. Zu Chancen kommen jetzt die Dornbacher: Kerber dribbelt sich durch, Wunsch setzt den Stanglpass übers Tor. Aichinger kämpft sich links durch, sein Abschluss wird geblockt.

Gleich nach der Pause macht Gloggnitz mächtig Druck. Nach 20 sec. rettet Kazan zur Ecke, diese führt zu einem Tor, das jedoch aberkannt wird. Anschließend ein Freistoß auf Haller, der drüber köpfelt. Bald darauf mäht der Verteidiger Wunsch nieder und bekommt dafür die dunkelgelbe Karte. Bei den nächsten zwei Aktionen steht Schuster im Mittelpunkt: Zuerst setzt er eine Wunsch-Flanke per Kopf übers Tor, dann wird ein Eckball flach auf ihn zurückgespielt, er ballert das Spielgerät sehr deutlich über den Kasten. Zwei Chancen der Blauen folgen: Kazan wirft sich mutig dem anstürmenden Soljakic entgegen (58‘) und pariert einen Kopfball nach Hochhauser-Freistoß (69‘). Nach dem Corner gibt es einige Ballkontakte, den letzten erwischt Pross, und schon steht es 2:2 (70‘). Die Dornbacherverstärken durch Spielertäusche ihre Offensivkraft, Pajaczkowski lupft den Ball knapp daneben ((76‘), spielt danach Keles frei, dessen Abschluss gerade noch geblockt werden kann (77‘). Dann unterlaufen der Dornbacher Verteidigung zwei Fehlpässe, ein Ball geht an die Stange, danach rettet wieder  einmal Kazan (81‘).Im Finish zieht Aichinger an Holzhauser vorbei, doch Bliem klärt in extremis mit einer Fußbabwehr (89‘). Aichinger flankt auf Beljan, und der Torjubel bleibt dem Publikum im Hals stecken: Querlatte! Zuletzt vergibt Miro den Matchball; er jagt einen abgewehrten Weitschuss übers Tor (90+1) – Endstand also 2:2.

Fazit:

Diese Partie haben sich viele im Publikum leichter vorgestellt: Die Gloggnitzer spulten ein enormes Laufpensum ab, Soljankic und Holzhauser, der eine Art Libero spielte und tunlichst Laufduelle mied, dirigierten ihre Vorderleute, die v.a. durch Kopfbälle Gefahr erzeugten. Trotzdem hätten die Schwarz-Weißen die Partie gewinnen müssen, wie Trainer Weinstablfeststellt:“ Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert, sind zweimal in Führung gegangen, haben aber leider beide Male den Ausgleich kassiert. Das  ist enttäuschend, v.a. weil wir viele Chancen hatten – gefühlt sechs, sieben Topmöglichkeiten. Gerade nach dem 2:1 hätten wir auf 3:1 stellen müssen, dann wäre die Partie durch gewesen. Stattdessen kam der Ausgleich, dann noch ein Stangenschuss der Gäste, aber in den letzten Minuten haben wir nochmal zwei 100%ige Torchancen vergeben. Das fehlt uns momentan, um ganz vorne anzudocken.“

Aufstellung Wiener Sport-Club

Kazan; Pfaffl (78 Beljan), Schuster, Ivkic,Tütünci; Radulovic, Berkovic (78‘ Röhricht); Keles, Wunsch,Kerber (62‘ Pajaczkowski );  Aichinger.

Aufstellung SV Gloggnitz

Bliem; Haller (57’Ortner), Holzhauser, Peinsipp,Maschler (67‘ Gruber); Özbek, Soljankic, Pirollo (67’Schwarz); Handler, Pross, Burai.

Torfolge

1:0 Mirza Berkovic (14‘)

1:1 Sanel Soljankic (15‘)

2:1 Eren Keles (24, Strafstoß)

2:2 Josef Pross (70‘)

Gelbe Karten Wiener Sport-Club

22 Radulovic (Unsportlichkeit)

35‘ Ivkic (Foulspiel)

49‘ Keles (Unsportlichkeit)

75‘ Berkovic (Kritisieren)

Gelbe Karten SV Gloggnitz

13‘ Pross (Unsportlichkeit)

51‘ Haller (Foulspiel)

Text: Friedl Schweinhammer

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