Trainer Rapp schickt beim zweiten Spiel im neuen Stadion folgende Elf aufs Feld: Im Tor steht Prögelhof, die Verteidigung bilden Grubesic, Kapitän Gusić, Ivkić und Tütünci; Berkovic und Kerschbaumer agieren im defensiven, Wunsch im zentralen Mittelfeld. An der rechten Außenbahn ist Oppong nominiert, Rocco Sutterlüty bei seinem Startelfdebüt auf der linken Seite, während Aichinger als Sturmspitze beginnt.
Den Dornbachern ist bald anzumerken, dass sie die Parole von Trainer Stefan Rapp – Vollgas geben und gewinnen – umsetzen wollen, während Elektra mit einer Fünferkette tief steht und ansonsten die Schwarz-Weißen weitgehend gewähren lässt. Die Gäste geben allerdings den ersten. Torschuss ab, den Prögelhof im Zurücklaufen sicher fängt (3.). Nach einem Fehlpass der Gäste kombinieren Gusić, Sutterlüty und Wunsch, dessen scharfe Hereingabe Oppong nicht verarbeiten kann (7.). Dann passt Sutterlüty zu Aichinger, dessen Drehschuss Goalie Basic gerade noch parieren kann (12.). In der nächsten Minute ist der Bann gebrochen: Stanglpass von Oppong auf Aichinger, der Goalie lässt seinen Schuss abprallen, und Wunsch staubt zum 1:0 ab – die bis dahin schon stimmkräftige Friedhofstribüne wird zum Tollhaus! Oppong bleibt nach einem Zusammenstoß am Boden liegen und kann nicht weiterspielen; seinen Part übernimmt Lucas Pfaffl (20.). Der Sport-Club bleibt überlegen, Sutterlüty tanzt die Gegenspieler reihenweise aus, ein Tor will ihm allerdings nicht gelingen. Eine Riesenchance hat Aichinger, der aus kurzer Distanz den strauchelnden Basic anschießt (45+1.).
Die Dornbacher eröffnen die zweite Hälfte mit viel Elan: Der starke Sutterlüty spielt in den Rückraum, Kerschbaumer zieht ab, Goalie Basic lässt erneut nach vorne abklatschen, und diesmal trifft Leon Aichinger – 2:0 (49.). TWL versucht jetzt auch nach vorne zu spielen und verschafft den Hernalsern dadurch mehr Platz, was Pfaffls Schnelligkeit zugutekommt. Er spielt Aichinger ideal frei, doch dieser vergibt aus geringer Entfernung (53.). Die Gäste sind defensiv jetzt desolat, und nach einem Abspielfehler ziehen die Schwarz-Weißen ein Kurzpassspiel auf, das Wunsch mit einem überlegten Schuss ins lange Eck beendet: 3:0 (65.). TWL kommt jetzt auch zu Möglichkeiten, weil der Sport-Club manchmal ohne Restverteidigung nach vorne stürmt, die Gäste treffen jedoch das Tor nicht. Diese Fähigkeit besitzt hingegen Lucas Pfaffl: Zuerst legt er selbstlos ab, bekommt aber den Ball erneut und krönt seine starke Leistung mit dem 4:0 (87.). In den letzten Minuten dürfen die Youngsters Vehabović und Lachner RLO-Luft schnuppern, für Lachner ist es das erste Mal.
Fazit
Drei Wünsche hatten viele Fans nach der Premiere auf den zweiten Anlauf übertragen: den ersten Sieg, das erste Sport-Club-Tor und dieses vor der Friedhofstribüne. All das passierte diesmal und versetzte die gut 3.000 Zuseher:innen in beste Stimmung. Als Belohnung gab es eine Rangverbesserung auf den 13. Platz, und die Hoffnung auf einen weiteren Sieg gegen den Vorletzten aus Retz am Dienstag wurde größer. Bei einem Erfolg würde ein diskreter Abstand zu den Abstiegskandidaten winken. Trainer Stefan Rapp sah einen guten Auftritt, seine Mannschaft demonstrierte von Start weg: Hier sind wir die Chefs! Schade war nur, dass etliche Großchancen vergeben wurden. Für Rapp ist wichtig, die Akkus wieder aufzuladen und die Kräfte zu bündeln, schließlich folgen jetzt zwei englische Wochen, also vier Spiele in zwölf Tagen. Sorgen bereitet ihm zusätzlich die Verletztenliste: Neben Puchegger und Touray wird auch Griebus erst in der nächsten Saison wieder auflaufen. Bei Keles und Pecirep könnte sich am Dienstag ein Kurzeinsatz ausgehen, während die Fitness von Oppong vom Ergebnis einer Magnetresonanzuntersuchung abhängt. Die Auswechslung von Berkovic und Gusić erfolgte aus taktischen Gründen – sie wurden für die kommenden Aufgaben geschont. Der Gegner Retz hat schon bessere Zeiten erlebt: Im Frühjahr wurden erst fünf Punkte in zehn Spielen erreicht, nur fünf Treffer erzielt. In den letzten drei Begegnungen blieb man punkte- und torlos. Trotzdem möchte Rapp, dass seine Elf nicht bedingungslos stürmt, sondern setzt auf Geduld und Hirn und auf das einzigartige Publikum.
Freitag, 24.4.2026 – 19.30 Uhr/ 28. Runde RLO
Wiener Sport-Club – TWL Elektra 4:0 (1:0)
Sport-Club-Platz, 3.100 Zuschauer:innen
Schiedsrichter: Herbert Mimra
Assistenten: Wassil Vasilev, Daniel Arsenovic-Dürnbeck
Aufstellung Wiener Sport-Club: Prögelhof; Grubesic (88. Vehabović), Ivkić, Gusić (K/67. Akrap), Tütünci; Berkovic (HZ Radulovic), Kerschbaumer, Oppong (19. Pfaffl), Wunsch, Sutterlüty; Aichinger (88. Lachner).
Aufstellung TWL Elektra: Basic; Adogun (68. Barisić), Grvala (81. Limani), Üstündag (81. Aleksov), Pajkic (68. Besic), Harnisch, Schaller (30. Aurohom), Kovačević, Haas, Francešević (K), Isaev.
Torfolge
1:0 Nicholas Wunsch (13.)
2:0 Leon Aichinger (49.)
3:0 Nicholas Wunsch (65.)
4:0 Lucas Pfaffl (87.)
Gelbe Karten Wiener Sport-Club
75.Grubesic (U)
Gelbe Karten TWL Elektra
66. Pajkic (K)
75. Besic (U)
Text: Friedl Schweinhammer