Freitag, 1.5.2026 – 19.30 Uhr/ 29. Runde RLO
Wiener Sport-Club – FC Marchfeld Donauauen 2:2 (1:1)
Sport-Club-Platz, 2.317 Zuschauer:innen
Schiedsrichter: Faruk Sevik
Assistenten: Emrah Dinleyici, Tunahan Cetin
Spielbericht
Trainer Rapp schickt folgende Elf aufs Feld: Im Tor steht Prögelhof, die Verteidigung bilden Grubesic, Radulovic, Ivkić und Tütünci; Akrap und Kerschbaumer agieren im defensiven, Wunsch im zentralen Mittelfeld. An der rechten Außenbahn ist Pfaffl nominiert, Sutterlüty auf der linken Seite, während Aichinger als Sturmspitze beginnt.
Schon nach 20 Sekunden haben die Gäste eine gute Chance: aggressives Gegenpressing – Mester rollt den Ball knapp neben das Tor. Auf der anderen Seite forciert Wunsch auf der rechten Seite Pfaffl, der die erste Ecke herausholt (3.). Nach einem Abspielfehler kommt Mester erneut zu einer Möglichkeit, verzieht aber (11.). Die Szenen wechseln blitzschnell, Marchfeld spielt mit langen Bällen, die Dornbacher bevorzugen das Spiel über die Flügel. So passt Wunsch zu Aichinger, der ideal Pfaffl anspielt, der aus spitzem Winkel ans Außennetz schießt (191). Gleich danach zieht Akrap aus gut 25 Metern ab, der Ball streicht nur knapp übers Tor. Dann steht es 1:0 für den Sport-Club: Wunsch schießt Tegeltija an, von dem das Spielgerät wie beim Billard unhaltbar für Überbacher in den Maschen landet (26.). Ähnlich fällt der Ausgleich: Freisseggers Hereingabe trifft Tütünci, Prögelhof hat schon in die andere Ecke reagiert, der Ball landet im kurzen Eck, und es steht 1:1 (34.). Beide Teams haben noch eine Torchance, beide Male zeichnen sich die Torhüter aus. Danach geht es in die Pause.
Im zweiten Abschnitt sind keine 2 Minuten gespielt, da wird Prögelhof mit einem scharfen Fernschuss geprüft, den er auf Raten hält. 5 Minuten später eine ähnliche Szene auf der anderen Seite: Aichinger auf Wunsch, scharfer Schuss, den Überbacher erst im Nachfassen arretiert. Die Gäste kommen zur billigen 2:1-Führung: ein grober Abspielfehler im Strafraum, Pass auf Vucenovic, der aus kurzer Distanz die Führung herstellt (55.). Kurz danach wird Wunsch im Sechszehner zu Fall gebracht, der Elferpfiff bleibt jedoch aus. In der nächsten Szene startet der Kapitän einen unwiderstehlichen Sololauf, spielt ideal auf Aichinger, dieser scheitert allein vor dem Tor am Goalie. Einen Elfmeterpfiff gibt es auf der anderen Seite für ein Angehen von Radulovic, das der Angreifer theatralisch ausschlachtet. Vucenovic hat die Chance zur Vorentscheidung, schießt aber deutlich drüber (61.). Als kurz darauf ein Hernalser Spieler auf dem Boden liegt, lässt der Unparteiische weiterspielen. Ein Stürmer der Gäste wird gelegt, diesmal bleibt die Pfeife aber stumm. Die Schwarz-Weißen haben jetzt mit Aichinger und Pecirep zwei großgewachsene Innenstürmer, und deshalb werden viele Bälle hoch ins Zentrum gepasst. Sutterlüty wird bei einem Vorstoß gefoult – für viele Beobachter eine Insultierung –, und Kapitän Amar Helic muss dafür mit Gelb-Rot vom Platz. Der Sport-Club wirft jetzt alles nach vorne. Bei einem groben Foul an Pfaffl kommt Vucenovic mit Gelb noch gut davon. Der Freistoß gelangt auf Umwegen auf die linke Seite, und die Flanke von Keles versenkt Pecirep per Kopf zum 2:2 (81.). Die Gäste versuchen mit allen erdenklichen Mätzchen das Remis zu halten, und trotzdem kommt Aichinger nach toller Flanke von Tütünci zum Matchball: Allein vor dem Tor setzt er den Kopfball knapp neben den Pfosten (90+3.).
Fazit
Die Partie bot alles, was den Fußball attraktiv macht: beiderseits Tempo bis zum Schluss, eine tolle Stimmung, wechselnde Führung, strittige Entscheidungen – also nichts für schwache Nerven.
Trainer Stefan Rapp sieht die Partie realistisch: „In den ersten 10 Minuten herrschte bei uns blankes Chaos, da hätten die Mannsdorfer schon ein Tor erzielen können. Wir haben noch nie in derselben Aufstellung spielen können, sei es wegen einer Verletzung, Roter oder fünfter Gelber Karte. Diesmal sind noch Magenbeschwerden bei Grubesic dazugekommen, sodass ich ihn kurz nach der Pause auswechseln musste. Die Mannschaft hat sich aber bald gefangen, gut kombiniert, ist ein hohes Tempo gegangen; ärgerlich ist nach wie vor die Abschlussschwäche. Der Fehler zum 1:2-Rückstand hat den Marchfeldern in die Hände gespielt. Ich fürchtete schon, wir würden ab circa 70 Minuten wegen der Belastung durch die vielen Spiele zurückfallen, aber das bewahrheitete sich nicht. Alle gaben bis zur letzten Minute alles, sogar der Siegtreffer war noch drinnen.“ Mit den sieben Punkten aus den letzten drei Spielen ist er zufrieden, unterm Strich war es seiner Meinung nach eine top Woche.
Aufstellung Wiener Sport-Club: Prögelhof; Grubesic (51. Keles), Radulovic, Ivkić, Tütünci; Akrap (60. Pecirep), Kerschbaumer; Pfaffl, Wunsch, Sutterlüty; Aichinger
Aufstellung FC Marchfeld Donauauen: Überbacher; Freissegger, Helic, Kleinböck, Tegeltija; Steiner, Oroshi, Švec (86. Kohút); Vucenovic, Mester (52. Bajrami), Orgolitsch (76. Buchta)
Torfolge
1:0 Dobrica Tegeltija (ET) (9.)
2:0 Emirhan Tütünci (ET) (34.)
1:2 Aleksandar Vucenovic (55.)
2:2 Darijo Pecirep (81.)
Gelbe Karten Wiener Sport-Club
41. Tütünci (K)
63. Radulovic (K)
66. Sutterlüty (K)
Gelbe Karten FC Marchfeld Donauauen
19. Helic (K)
63. Vucenovic (F)
Gelb-Rote Karte FC Marchfeld Donauauen
75. Helic (F)
Text: Friedl Schweinhammer
Foto: Livio Stella