Pflichtsieg mit turbulentem Finish

April 30, 2026
Nach dem 4:0-Erfolg gegen TWL Elektra empfingen die Dornbacher mit dem SC Retz den Vorletzten der Liga. Eine gute Stunde lang lief alles nach Wunsch: Rocco Sutterlüty erzielte mit einer sehenswerten Direktabnahme schon nach 9 Minuten das 1:0. Die überlegenen Hernalser legten nach der Pause mit einem verwandelten Foulelfer durch Kerschbaumer zum 2:0 nach, ehe eine Einzelleistung von Paintsil den Gästen den Anschlusstreffer brachte (2:1, 68. Min.). Danach witterten die Retzer Morgenluft, griffen vermehrt an und brachten die Schwarz-Weißen noch in Bedrängnis. Nach 90+3 Minuten war jedoch der zweite Heimsieg im neuen Stadion in trockenen Tüchern.

Freitag, 28.4.2026 – 19.30 Uhr/ 18. Runde RLO
Wiener Sport-Club – SC Retz 2:1 (1:0)
Wiener-Sport-Club-Stadion, 1854 Zuschauer:innen
Schiedsrichter: Mag. Jan Uwe Thiel
Assistenten:Enes Karadag, BSc, Tobias Unger

Spielbericht

Trainer Rapp schickt beim dritten Spiel im neuen Stadion folgende Elf aufs Feld: Im Tor steht Prögelhof, die Verteidigung bilden Grubesic, Kapitän Gusić, Ivkić und Tütünci; Radulovic und Kerschbaumer agieren im defensiven, Wunsch im zentralen Mittelfeld. An der rechten Außenbahn ist Pfaffl nominiert, Rocco Sutterlüty auf der linken Seite, während Aichinger als Sturmspitze beginnt.

Nach ausgeglichenen Anfangsminuten – hier eine Halbchance von Kalajdžić, dort ein Abschluss von Tütünci neben das Tor – geht der Sport-Club früh in Führung: Flanke von rechts, Sutterlüty übernimmt mit dem rechten Fuß direkt und trifft ins lange Eck zum 1:0 (9.) – das erste Pflichtspieltor des Ex-Austrianers. 2 Minuten später die nächste Chance: Diagonalpass von Sutterlüty auf Pfaffl, Haken nach innen, der Schuss geht jedoch drüber. Der nächste erfolgversprechende Angriff geht von Pfaffl aus, dessen Hereingabe Aichinger mit der Ferse aufs Tor bringt, aber Hotop lässt sich nicht überraschen (22.). Dann passt Wunsch zu Sutterlüty, der allerdings überhastet abschließt (32.). Nach 45+1 Minuten probiert es Wunsch aus der Distanz, Hotop dreht den Ball gerade noch über die Querlatte. Mit einem hochverdienten 1:0 geht es in die Pause.

Der Sport-Club startet mit viel Tempo in den zweiten Abschnitt. Pfaffl passt in den Strafraum, dreimal werfen sich Retzer Verteidiger in den Schuss und vereiteln den zweiten Treffer. Jetzt stürmen auch die Außenverteidiger mit, und Grubesic wird dabei im Strafraum gelegt. Den fälligen Elfmeter verwandelt Kerschbaumer sicher (58.). Die Hernalser kontrollieren die Partie weiterhin, ehe die Gäste aus dem Nichts zum Anschlusstreffer kommen: Ex-Admiraner Seth Paintsil, der bis dahin völlig unauffällig war, verschafft sich mit einer Körpertäuschung in der eigenen Hälfte viel Platz – gefühlvoller Außenristpass nach rechts; die folgende Flanke von Kalajdžić schnappt er sich und lässt Prögelhof mit seinem Rechtsschuss keine Chance (68.). Dieser erste Torschuss verunsichert die Dornbacher und verschafft den Weinviertlern Oberwasser. Paintsil ist jetzt hellwach, geht an zwei Mann vorbei, schießt aber am langen Eck vorbei (72.). Im Gegenzug wird Wunsch von Alhassan am Sechszehnereck brutal gefoult, dieser kommt mit Gelb noch gut davon. Ein angebliches Foul von Gusić, das dieser absolut anders gesehen hat, führt zu einer Gelben Karte und allseitigem Kopfschütteln. Der Sport-Club wackelt, Ungenauigkeiten und einige Fehlpasses erzeugen Gefahr und steigern die Hektik. Mehrere Eckbälle am Stück dokumentieren eine Retzer Drangperiode, die Dornbacher kommen jedoch heil über die Runden.

Fazit

Erstaunlich, wie ein einziger Torschuss dieser Partie, die bis zur 68. Minute wie auf einer schiefen Ebene verlief, einen ganz anderen Charakter verleihen konnte. Beim Sport-Club ging kaum mehr was, während die Burgenländer jetzt oft im gefährlichen Drittel auftauchten und den Ausgleich ins Visier nahmen. Trainer Rapp fand die erste Hälfte in Ordnung und konstatierte: „Wir hatten gute Phasen mit schönen Kombinationen und Tiefgang, das Positionsspiel im Strafraum war allerdings suboptimal. Wegen des knappen Vorsprungs herrschte Hektik, wurde überhastet in die Tiefe gespielt, und durch Fehlpasses wurde der Faden verloren.“ Nach dem 2:0 habe seine Mannschaft auf ökonomischen Modus geschaltet; das 1:2 hat sie wieder verunsichert, es wurde wieder gezittert, aber Gott sei Dank souverän verteidigt, vor allem bei den hohen Bällen einer Cornerserie.

Vor dem Spiel gegen Marchfeld/Donauauen kommen neue Sorgen dazu: Gusić ist gesperrt, Oppong wird wegen einer Muskelfaserverletzung noch ein bis zwei Wochen fehlen, Grubesic war nach einem Zusammenprall benommen, worauf er ausgetauscht wurde. Über seinem Einsatz steht ein Fragezeichen, ähnlich wie bei Keles, der nur individuell trainiert hat. Touray, Puchegger und Griebus kommen erst im Herbst wieder zum Einsatz. Am ehesten ist mit Pecirep zu rechnen, der einen Fitnesstest bestanden hat.

Der Gegner aus dem Marchfeld hat nach einem mäßigen Herbst im Frühjahr tolle Ergebnisse erzielt: Leobendorf wurde mit 5:0 nach Hause geschickt, und die letzten drei Matches wurden gewonnen, das Torverhältnis lautet dabei 8:0. Einen wesentlichen Anteil daran hat der Slowake Jakub Švec, der im Mittelfeld großartig Regie führt. Stefan Rapp meint: „Wichtig ist jetzt, Kräfte zu sammeln, denn es wird gegen die Marchfelder viel Intensität nötig sein.“

Aufstellung Wiener Sport-Club: Prögelhof; Grubesic (87‘ Berkovic), Ivkic, Gusic, Tütünci; Radulovic, Kerschbaumer; Pfaffl, Wunsch (76‘ Akrap), Sutterlüty; Aichinger.

Aufstellung SC Retz: Hotop; Alhassan, Murtinger, Dogan, Yendi; Kreka, Öztürk, Ledenig (K); Paintsil, Mijatovic, Kalajdzic.

Torfolge

1:0  Rocco Sutterlüty (9.)

2:0 Konstantin Kerschbaumer (59.)

2:1 Seth Paintsil (68.)

Gelbe Karten Wiener Sport-Club

44. Wunsch (Unsportlichkeit)

82. Gusic (Kritisieren)

88. Aichinger (Unsportlichkeit)

Gelbe Karten Retz

21. Öztürk (Foulspiel)

73.Alhassan (Unsportlichkeit)

87. Dogan (Foulspiel)

Text: Friedl Schweinhammer
Foto: Benjamin Zakary

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