Schön, dass du wieder beim Sport-Club bist! Hast du gerechnet, erwartet, erhofft, dass noch einmal in Dornbach spielen wirst?
Nach meiner ersten Saison beim Sport-Club war ich mit dem Verein schon fast einig, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Dann aber kam das Angebot vom SV Ried; ich hatte das Ziel, Profi-Fußball zu spielen, und diese Chance konnte ich einfach nicht ausschlagen. Mit David hatte ich jedoch vereinbart, dass ich auf jeden Fall zum Sport-Club zurückkehren werde – deshalb bin ich auch davon ausgegangen, dass ich früher oder später wieder für den Sport-Club spielen werde.
Wenn man die Teams aufzählt, bei denen du gespielt hast, dann kommt man sich wie bei einer Österreich Rallye vor. Warum hast du sooft den Verein gewechselt?
Als ich jünger war, hatte ich einen etwas schwierigeren Charakter – ich war ziemlich stur (wobei ich heute auch nicht viel besser bin). Genauso ist es im Fußball: Wenn du als Stürmer keine Tore machst, musst du dir irgendwann einen neuen Verein suchen.
Beim Sport-Club warst du ein Jahr. Warum bist du nach einer so erfolgreichen Saison (23 Spiele, 17 Tore) weggegangen? Was macht den Verein so besonders, dass du zurückgekommen bist?
Obwohl ich weggegangen bin, ist mir der Sport-Club in sehr guter Erinnerung geblieben – es war ein richtig tolles Jahr. Der Verein hat einfach eine Seele, und dass du jedes Spiel vor deinen eigenen 1500 – 2000 Fans spielst, hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich wieder zurückgekommen bin. Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl. Und jetzt haben wir sogar ein neues Stadion bekommen!
Hast du in der Zwischenzeit Kontakt zu einem Funktionär oder Spieler gehabt?
Ja, ich habe oft mit David telefoniert, weil ich die Ergebnisse vom Sport-Club immer verfolgt habe. Genauso war es auch umgekehrt: Wenn ich ein Tor geschossen habe, hat er mir gleich gratuliert. Von den Spielern blieb ich mit Miro Beljan in Kontakt.
Bei Stripfing warst du Kapitän, hast am längsten gespielt. Wieso steht Stripfing vor der Insolvenz, warum ging es mit dem Wechsel nach Hernals so schnell?
In Stripfing hatte die Mannschaft tolle Charaktere, auch nach der Kooperation mit der Austria funktionierte der Zusammenhalt. Leider gab es ab Juli kein Geld mehr, das Aus war im September absehbar. Die Spieler haben dann die VdF eingeschaltet, und dann ging es schnell: Wir waren uns bald einig, weil beide Seiten – der Sport-Club und ich – das unbedingt wollten.
Warst du in deiner Karriere immer Profi? Du bist ein Goalgetter, bist natürlich besonders hart attackiert worden. Hast du schon schwere Verletzungen erlitten?
Ich war nicht immer Profi. In Österreich kam ich zuerst zum LASK II (4. Leistungsstufe); bei Blau Weiß Linz und Altach war ich dann Profi. Zum Glück hatte ich nie eine richtig schwere Verletzung; nur bei meinem Jahr in Dornbach musste ich im Herbst ein paar Runden passen. Ich hoffe, dass ich, solange ich Fußball spiele, verletzungsfrei bleibe.
Für jene, die die noch nicht kennen oder auf dem Platz gesehen haben: Wo liegen deine Stärken; was wäre noch ausbaufähig?
Ich glaube, dass das Toreschießen und die körperliche Robustheit meine größten Stärken sind. Im mentalen Bereich muss ich noch viel arbeiten, denn ich muss einfach viel ruhiger werden.
Wo bist du aufgewachsen, wo hast du mit dem Vereinsfußball begonnen?
Ich bin Kroate, in Kiseljak (Ort in Bosnien/Herzegowina mit kroatischer Mehrheit) aufgewachsen und habe im einzigen Verein der Stadt mit dem Fußball begonnen; schon mit 16 spielte ich in der KM.
Warum bist du nach Österreich gegangen und geblieben?
Nach der Matura in einer Tourismusschule bekam ich über eine Bekannte Kontakt zum LASK, absolvierte ein Probetraining und blieb.
Hast du schon Pläne für die Zeit nach dem Karriere-Ende? Willst du in Österreich/beim Fußball bleiben?
Mein Plan – und auch die Absicht meiner Familie – ist es, irgendwann nach Kroatien zurückzukehren. Aber bisher ist kaum etwas so gelaufen, wie ich es geplant habe. Deshalb bin ich für alle Möglichkeiten offen. Durch den Fußball lernst du viele Menschen kennen, und ich würde in Zukunft gerne beim Fußball bleiben. Dabei schwebt mir eine Verbindung Österreich/Kroatien vor: Ich würde unseren Jungs, die großes Potenzial, aber nicht viele Möglichkeiten haben, gerne helfen, sie nach Österreich holen und mit ihnen eine Karriere aufbauen. Dabei will ich ihnen v.a. auch Tipps geben, damit sie nicht die gleichen Fehler wie ich machen.
Welche Schritte für eine berufliche Zukunft hast du schon gesetzt?
Ich will bald mit der Trainerausbildung beginnen, aber nicht mit einer KM, sondern mit dem Nachwuchs arbeiten.
Zum Abschluss kehren wir zum Sport-Club zurück: Wie läuft es für dich im Training und bei den Testspielen?
Das Training hat schon Anfang Januar begonnen, und ich glaube, dass die Mannschaft viel Potenzial hat. Aber vor uns liegt noch viel Arbeit, damit wir aus der aktuellen Situation herauskommen (14. Platz). Ab dem Testspiel gegen St. Pölten haben wir gezeigt, was möglich ist, wenn jeder sein Niveau abrufen kann. Wir haben viele starke Einzelspieler, aber Fußball ist ein Mannschaftssport – und genauso müssen wir auch auftreten.
Welche Trikotnummer trägst du jetzt/ hast du vor 8 Jahren getragen? Hast du eine Lieblingsnummer?
Ich habe, wie schon 2017/18, die Nummer 21 genommen. An einem 21. haben meine Frau und meine Tochter Geburtstag.
Auf den Heimspiel-Dressen stehen die Namen legendärer Sport-Club-Größen. Wen davon kennst du?
Berkovic, Csandl, Dimov kenne ich von früher persönlich, Pacult war mein Trainer in Klagenfurt, Mählich ist oft im TV, Vlatko Markovic war ein bosnischer Kroate, Krankl ein internationaler Star. Vom Sieg gegen Juve habe ich schon gehört, die damaligen Spieler sagen mir allerdings nichts.
Welche Erwartungen hast du für die kommende Meisterschaft?
Wichtig ist, dass jeder auf dem Platz 100 % gibt und wir am Saisonende einen möglichst guten Rang erreichen.
Text: Friedl Schweinhammer Foto: Christopher Glanzl