In Neusiedl hängen die Trauben hoch

Oktober 7, 2021
Der Kampf um die Tabellenführung und damit um die Winterkrone gestaltet sich heuer spannend wie selten zuvor.

Der Kampf um die Tabellenführung und damit um die Winterkrone gestaltet sich heuer spannend wie selten zuvor. Nach der 10. Runde befindet sich ein Sextett innerhalb von drei Punkten an der Spitze; Nimmt man Marchfeld/Donauauen dazu (pausierte diesmal unfreiwillig), sind es sogar sieben. Neusiedl/See hatte dabei wohl niemand auf der Rechnung. Nach mittelprächtigem Beginn liegen die Seestädter derzeit auf dem 4. Platz, punktegleich hinter dem Sport-Club. Beide Teams haben am letzten Wochenende gewonnen, beide haben Appetit auf mehr, also ist ein tolles Spiel vor einer Rekordkulisse zu erwarten.

Freitag, 08.10.2021 – 19.00 Uhr/11. Runde RLO
SC Neusiedl/See – Wiener Sport-Club

Schiedsrichter: Samuel Sampl
Assistenten: Polat Sen, Amar Rekik

Vorschau

Im Herbst ist rund um den Neusiedlersee Weinlese-Zeit. Der SC Neusiedl hat zuletzt eine reichliche Punkte-Ernte eingefahren. Vergleicht man das mit der Tendenz der letzten Jahre, ist das eine regelrechte Trendumkehr. Traditionell starteten die Grün-Weißen stark, um dann – mit Fortdauer der Saison – nachzulassen und erst im Frühjahr wieder Gas zu geben. Doch diesmal läuft es anders. Nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Jürgen Halper, der zu Gerasdorf wechselte, wurde mit Marian Tomcak ein Nachfolger gefunden, der weiß, wie der Verein tickt. Er war von 2012 – 2016 der Torjäger schlechthin und ein Sympathieträger des Vereins. Gemeinsam mit Manager Lukas Stranz, dem sportlichen Leiter Günter Gabriel und dem neuen Co-Trainer Norbert Pammer formte er eine Mannschaft, die in ruhigere Gewässer schippern sollte. Dazu verpflichtete man mit Bartolomej Kuru von Mauerwerk einen erfahrenen Torhüter, mit Niklas Streimelweger kam ein talentierter Außenverteidiger von den Admira Juniors und mit Mario Töpel (Traiskirchen, zuletzt Kottingbrunn) ein routinierter Innenverteidiger. Im Mittelfeld erhielten Francis Enguelle und Vereins-Ikone Patrick Kienzl kongeniale Partner: Konstantin Breuer (kam von Stripfing), Marko Zlatkovic (wechselte von Kottingbrunn) und Daniel Toth, der in Neusiedl seine Laufbahn startete und nach vielen Jahren bei Admira Wacker und zuletzt einem Gastspiel in Stripfing zu seinen fußballerischen Wurzeln zurückkehrte. Damit konnten die Abgänge der Stammspieler Daniel Maurer und Franz Weber (beide mit WSC-Vergangenheit), Markus Szegner und Patrick Uhlig mehr als nur kompensiert werden. Patrick Kienzl und Sturmspitze Elvedin Buljubasic waren mit ihrer Torgefährlichkeit hauptverantwortlich, dass Neusiedl bis dato auswärts ungeschlagen ist und die letzten 3 Matches am Stück gewonnen hat. Beim ungefährdeten 3:1 Sieg in Bruck wurde Buljubasic allerdings Opfer des schlechten Rasenzustandes, musste vom Feld und ist gegen den Sport-Club fraglich.

Auch bei den Dornbachern läuft es wie am Schnürchen: Erstmals wurden zwei Siege hintereinander eingefahren, zum dritten Mal in Folge konnte sich Prögelhof mit seinen Abwehr-Kollegen über ein Shut-Out freuen; außerdem haben sie mit 8 Gegentreffern (wie Stripfing) die wenigsten der Liga erhalten.  Mauerwerk wurde von der Torfabrik der RLO mit 6:0 nach Hause geschickt. Hauptverantwortlich dafür war Rene Kriwak, der genauso wie Boug Kevin Guy Roland Bangai (Wiener Viktoria) mit 9 Toren die Schützenliste anführt. Summa summarum sind die 26 bisher erzielten Treffer auch Produkt einer kongenialen Mannschaftsleistung, die auf der ausgeklügelten taktischen Ausrichtung von Robert Weinstabl und seinem Team beruht. Manche Treffer verdienen das Prädikat „Besonders sehenswert“, z.B. Beljans Abschluss zum 4:0, den Pajaczkowski mit einem Solo und einem technischen Gustostückerl ideal vorbereitete. Diese Spielweise dürfte auch dem Schiedsrichter gefallen haben. Bei zwei Toren sah man ihn mit einem  Schmunzeln im Gesicht zum Mittelkreis zurückgehen. So leicht werden es die Neusiedler den Hernalsern aber sicherlich nicht machen. Wer  – nach dem Ende von beiden Mattersburg-Teams – die Nummer 1 im Burgenland ist, will das im direkten Duell mit dem Tabellennachbarn auch bestätigen. Aber auch die Dornbacher sind auf einen Punktezuwachs erpicht, durch den sie zusätzlich Selbstvertrauen für das darauffolgende Derby gegen die Vienna tanken sollten. Freuen wir uns auf ein Spitzenspiel vor vollem Haus, wie es in Neusiedl gegen den Sportclub schon Tradition ist.

Zuletzt gespielt

Wiener Sport-Club
01.10.2021 Regionalliga Ost 10. Runde Wiener Sport-Club –FC Mauerwerk 6:0 (3:0)
24.09.2021 Regionalliga Ost 9. Runde FCM Traiskirchen – Wiener Sport-Club 0:2 (0:1)
17.09.2021 Regionalliga Ost 8. Runde Wiener Sport-Club – ASV Draßburg 0:0

 

SC Neusiedl/See
01.10.2021 Regionalliga Ost 10. Runde ASK-BSC Bruck/Leitha – SC Neusiedl/See 1:3 (1:2)
24.09.2021 Regionalliga Ost 9. Runde SC Neusiedl/See – TWL Elektra 2:0 (1:0)
18.09.2021 Regionalliga Ost 8. Runde SV Leobendorf– SC Neusiedl/See 2:3 (0:1)

 

Letzte Spiele gegeneinander

23.10.2020 Regionalliga Ost 10. Runde Wiener Sport-Club – SC Neusiedl/See 2:0 (1:0)
11.10.2019 Regionalliga Ost 11. Runde Wiener Sport-Club – SC Neusiedl/See 2:1 (1:0)
08.03.2019 Regionalliga Ost 17. Runde SC Neusiedl/See – Wiener Sport-Club 2:3 (1:1)

 

 

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