Erste Cuprunde: Glattes Aus gegen die Austria

Juli 27, 2026
Zwei Themen beschäftigten viele Dornbacher Zuschauer:innen vor dem Match: der 3:1-Cupsieg gegen die Violetten am 20.10.2022, während auf den Tag genau vor einem Jahr ein 0:4 gegen den LASK auf der Hohen Warte die Hernalser Cupträume schon wieder beendete.

Sonntag, 26.7.2026 – 18 Uhr/1. Runde ÖFB Cup
Wiener Sport-Club – FK Austria Wien 0:5 (0:1)

Sport-Club-Platz, 5.617 Zuschauer:innen

Schiedsrichter: Emil Ristoskov 

Assistenten: Thomas Kaplan, Ing. Andreas Moitzi

Spielbericht

Es dauerte nur 1 Minute, da ging die Austria schon in Führung: Eggestein verwertete ein Zuspiel von rechts zum 1:0, und das war dann auch schon der Pausenstand. Danach machten die Violetten binnen 8 Minuten alles klar: Šaljić und zweimal Eggestein stellten auf 0:4, ehe der eingewechselte Deshishku den fünften und letzten Treffer erzielte (75. Min.).

Bestes Wetter, eine tolle Kulisse und prächtige Stimmung auf beiden (Fan-)Seiten. Daniel Seper schickt bei seiner ersten Partie als Sport-Club-Cheftrainer folgende Elf aufs Feld: Im Tor steht Haas, die Verteidigung bilden Sahanek, Radulović, Abazović und Schutti; Kerschbaumer, Wunsch und Güclü agieren im Mittelfeld. An der rechten Außenbahn ist Oppong nominiert, Rocco Sutterlüty auf der linken Seite, während Keles als Sturmspitze beginnt.

Das Spiel beginnt praktisch bei 0:1: Kang-hee Lee passt zu Nnodim, dessen Zuspiel lässt Wels zu Eggestein weiterlaufen, dieser dreht sich um Abazović und schießt ins kurze Eck – 0:1 nach gerade einmal 68 Sekunden. Die Dornbacher finden nur mühsam in die Partie und wenn sie den Ball erobert haben, gibt es kaum eine Anspielstation. Ihre Abwehr steht eher tief, und auch die Violetten kommen kaum zu einer Chance. Der erste Eckball für die Dornbacher führt zu einem Zusammenstoß von Abazović und Dragović, und der Austrianer muss daraufhin mit einer blutenden Kopfwunde ausgetauscht werden. Die Schwarz-Weißen spielen in der Folge etwas mutiger. Vor allem Oppong stellt die violette Abwehr vor Probleme. In Minute 43 stoppt ihn der eingewechselte Ranftl nur mit einem groben Foul, den Freistoß zirkelt Güclu nach rechts, wo Abazović den Ball direkt nimmt, aber nur die Querlatte trifft. In der Nachspielzeit wird Oppong neuerlich gefoult, der Schiri lässt weiterlaufen, gibt aber beim Gegenangriff bei einer ähnlichen Attacke einen Freistoß, was vor allem Radulović nicht hinnehmen will; Folge: eine Gelbe Karte und eine tolle Parade von Haas beim gefühlvoll getretenen Standard von Eggestein.

Die zweite Hälfte beginnt – im ursprünglichen Sinn des Wortes – mit einem Knalleffekt: Auf der Gästetribüne explodieren Feuerwerkskörper, dichte Rauchschwaden senken sich bald über zwei Drittel des Stadions. Minuten später haben sich diese halbwegs verzogen, und das Spiel wird fortgesetzt. Die Schwarz-Weißen haben sich für die zweite Hälfte viel vorgenommen, den Durchblick haben allerdings leider nur die Veilchen. Kerschbaumer lässt sich im Mittelfeld den Ball abluchsen, Kapitän Fischer, Wels und Šaljić spielen drei kurze Pässe, und schon steht es 0:2 (50.). Die Dornbacher wirken jetzt demoralisiert, und die Gäste kommen viel zu leicht zu Chancen: Von Maybach wandert der Ball via Fischer zu Šaljić, dessen Flanke Schutti mit einem Flugkopfball Richtung eigenes Tor befördert. Haas kann den Ball noch an die Stange lenken, den Abpraller verwertet dann Eggestein zum 0:3 (56.). Die Austria hat jetzt Lunte gerochen: Der starke Nnodim sprintet rechts los, spielt in die Schnittstelle, und Eggestein lupft den Ball über Haas zum 0:4 ins Netz (58.). Trainer Seper bringt daraufhin mit Drljepan und Grubesic zwei Defensivkräfte, offensichtlich um dem Offensivspektakel der Austrianer einen Riegel vorzuschieben. Dennoch fällt noch ein Treffer: Abazović verzögert ein Abspiel, der eingewechselte Deshishku spritzt dazwischen und schießt trocken zum 0:5 ein (75.). Die Dornbacher wollen zumindest den Ehrentreffer erzielen; Wunsch passt in den freien Raum zu Griebus, der allein aufs Tor zieht, aber zu früh abschließt und dadurch Kos nicht bezwingen kann.

Fazit

Die Austria kam durch den klaren Sieg in der Conference-League-Qualifikation (2:0 bei Liepaja) mit breiter Brust, aber auch mit einigen Reisestrapazen nach Dornbach. Deshalb nahm Trainer Helm einige Umstellungen vor, indem er von Beginn an jungen Talenten eine Chance in der Startelf gab, welche diese auch nützten. Der frühe Treffer spielte ihnen zusätzlich in die Karten. Die Hernalser legten erst nach knapp einer halben Stunde den Respekt vor dem prominenten Gegner ab und hatten mit einem Stangentreffer Pech. Allerdings änderte sich die Situation im zweiten Abschnitt: Drei Tore in 8 Minuten und einiges Chaos in der neuformierten Abwehr waren ein beredtes Zeichen für eine sich anbahnende Abfuhr. Die Dornbacher bildeten jetzt die letzte Abwehrkette aus fünf bis sechs Mann, damit gab es auch kaum mehr ein Mittelfeld und noch weniger Passbälle, um offensiv zu werden – natürlich gingen da Pecirep und van Zaanen ab. Den Hernalsern wurden jedenfalls die Grenzen aufgezeigt, und auf Daniel Seper wartet noch einige Arbeit, um den RLO-Start erfolgreich zu gestalten.

Aufstellung Wiener Sport-Club: Haas; Sahanek (72. Grubesic), Radulović, Abazović, Schutti; Kerschbaumer, Wunsch, Güclü (72. Drljepan); Oppong (61. Hölbling), Keles (61. Kriwak), Sutterlüty (81. Griebus).

Aufstellung FK Austria Wien: Kos; K. Lee, Dragović (24. Ranftl/80. Toifl), Radonjić; Fischer, Maybach (68. Handl); Šaljić (68. Hettwer), Nnodim, Wels, T. Lee; Eggestein (68. Deshishku)

Torfolge

0:1 Eggestein (2.)

0:2 Šaljić (50.)

0:3 Eggestein (56.)

0:4 Eggestein (58.)

0:5 Deshishku (75.)

 

Gelbe Karte Wiener Sport-Club

45. Radulović (K)

Gelbe Karte FK Austria Wien

43. Ranftl (U)

 

Text: Friedl Schweinhammer
Foto: Benjamin Zakary

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