Die Eltern zogen von der Slowakei nach Wien; der Vater war ein fanatischer Vienna-Anhänger; so „debütierte“ Hansi als Ballbub der „Großen“ auf der Hohen Warte. Ab 11 spielte er bei den Schülern, mit 16 lief er erstmals in der KM auf, und mit 17 stand er in der Startformation des Nationalteams gegen Jugoslawien, wobei er gleich einen Treffer erzielte. 1958 absolvierte er alle drei Vorrungenspiele Österreichs bei der WM in Schweden. Einen Knacks versetzte ihm der verschossene Elfmeter gegen den Welttorhüter Lev Yashin(Russland) – die arrivierten Spieler hatten sich vor der Verantwortung gedrückt.
Nach 10 Jahren bei der Vienna wechselte er 1963 zur Austria; 1967 ging er zum Wiener Sport-Club und wurde Mannschaftskollege von Willy Kaipel, Norbert und Erich Hof, „Uwe“ Gayer und dem späteren Weltstar Horst Blankenburg. Der Einstand verlief denkbar unglücklich: Im 1. Testspiel zog er sich nach nur 8 Minuten eine Achillessehnenverletzung zu, fiel einige Zeit aus und fand nur langsam in die Mannschaft. Seinen persönlichen Höhepunkt erlebte er im Mitropacupgegen US Cagliari im Herbst 1968. Beim Heimspiel (1:0) holte er den spielentscheidenden Elfmeter heraus, auf Sardinien (1:2) bereitete er den Anschlusstreffer von Ongerideal vor. Insgesamt bestritt er 41 Spiele für die Hernalser und erzielte dabei 18 Treffer, ehe er nach Dornbirn weiterzog. Ein Jahr später dockte er bei Rapid an und beendete 1973 bei Klagenfurt seine Karriere. Der gelernte Goldschmied eröffnete danach ein Geschäft in Baden, das er bis zur Pensionierung 1992 führte.
Hansi Buzek konnte auf eine einmalige fußballerische Vita zurückblicken: Zweimal Meister, zweimal Cupsieger, zweimal Torschützenkönig; jüngster Teamspieler (bis zu David Alaba2009), einziger Spitzenspieler, der bei allen vier Wiener Großklubs (Vienna, Sport-Club, Austria, Rapid) engagiert war.
Mit Hans Buzek ist nicht nur ein ausgezeichneter Fußballer von uns gegangen, sondern auch ein liebenswürdiger, überall gern gesehener Mensch. Viele Anhänger des Sport-Clubs haben ihn am 1. Juni 2018 noch gesehen, als sein 80. Geburtstag auf der Hohen Warte beim freundschaftlichen „Dörbi“ Vienna – Sport-Club gefeiert wurde. Gestützt von Freunden, zeigte er sich, sichtlich gerührt, auf dem Spielfeld.
Unsere ganze Anteilnahme gilt seiner Familie.