Zu Gast bei Samba sind Emina Puškarević, sportliche Leiterin der WSC Frauen, und Neuzugang Justine Siever, die derzeit nach einem Kreuzbandriss ausfällt. Im Gespräch geht es um Werte, Fankultur, Geld und die Frage, was der Frauenfußball beim Sport-Club noch braucht. Puškarević ist seit 2020 beim Sport-Club, kam damals von USV Neulengbach nach Wien. Für sie war schon vor dem Wechsel klar, dass es in der Stadt nur einen Verein für sie geben konnte – nicht aus sportlichen, sondern aus inhaltlichen Gründen.
„Für mich war einfach zu der Zeit auch wichtig, dass ich mich mit dem Verein oder einfach auch mit den Werten vom Verein identifizieren kann. Und da hat Sportclub für mich ganz klar meine Werte.“
Emina Puškarević über ihre Entscheidung für den WSC
Beide Spielerinnen waren vor ihrem Wechsel bei USV Neulengbach. Der Verein war über Jahre eine Institution im österreichischen Frauenfußball, ehe er finanziell zusammenbrach – ein Konkurs, der bis heute nachwirkt und den Siever aus der Kabine miterlebt hat.
„Im Endeffekt ist es einfach nur noch genauso traurig wie in dem Moment, wo es passiert ist. Man hat bis zur letzten Sekunde gehofft.“
Justine Siever über den Konkurs von Neulengbach
Die Erfahrung prägt seither, was Siever bei einem neuen Verein sucht. Beim Sport-Club war es am Ende weniger die Tabellenposition als die Fankultur, die den Ausschlag gab.
„Ich glaube, es muss insgesamt ein Verein sein, wo die Fans für den Verein stehen, egal ob es jetzt Männer oder Frauen sind. Ich glaube, das macht ganz viel aus.“
Justine Siever über die Bedeutung der Fankultur
Für Puškarević sind die Fans nicht nur Rückhalt, sondern die entscheidende Stellschraube für die Zukunft der WSC Frauen – mehr Zuschauer:innen im Stadion sind für sie das wichtigste Ziel.
„Wichtig wären einfach generell Zuschauerinnen im Stadion. Ich glaube, das ist das Wichtigste – das schafft Sichtbarkeit.“
Emina Puškarević über die Bedeutung des Stadionbesuchs
In Wien fehlt es generell an Trainingsmöglichkeiten – das macht es im Frauenfußball nicht einfacher. Ein eigenes Mädchennachwuchsteam gibt es beim WSC bislang nicht, man arbeitet seit einem Jahr daran, das zu ändern. Seit Puškarević die sportliche Leitung übernommen hat, bekommen die Spielerinnen zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung, ausreichend ist sie nicht.
„Es ist jetzt nicht die Welt, aber es ist ziemlich okay, würde ich sagen. Uns fehlen gewisse Einnahmen – wenn wir ein Stadion mit zwei-, dreitausend Menschen voll bekommen, dann ist schon klar, dass die monatlichen Prämien nach oben schießen werden.“
Emina Puškarević über die Aufwandsentschädigung der Spielerinnen
Sportlich blickt Puškarević zuversichtlich nach vorn. Nach zwei schwierigeren Saisonen soll heuer der Sprung ins Mittelfeld gelingen, den Kader schätzt sie dafür als gut genug ein.
„Meister werden wir jetzt nicht, glaube ich – rechnerisch wäre es noch möglich, aber ich glaube nicht daran. Wir können im guten Mittelfeld landen, das ist auf jeden Fall möglich.“
Emina Puškarević zum Saisonziel
Die ganze Folge gibt es bei Samba — Der offizielle WSC Podcast. Feedback an podcast@wsc.at
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