0:0 – Haas der große Held und Donaufeld der unüberwindbare Damm!

September 6, 2026
Es entwickelt sich ein enges, defensives Spiel, in dem die Donaufelder von Anfang an Druck machen, während Torwart Haas mit mehreren Paraden überzeugt. Beide Teams verpassen Großchancen, am Ende steht eine verdiente Punkteteilung.

Freitag, 04.09.2026 – 19:30 Uhr/ 6. Runde RLO

Wiener Sport-Club – SR Donaufeld 0:0

Sport-Club-Platz, 3.811 Zuschauer:innen

Schiedsrichter: Hirtl Lena

Assistent:innen: Bognar Gerald, Leitinger Heike

Spielbericht

Bei überraschend angenehmen 33 Grad empfängt der WSC den SR Donaufeld, der statistisch nicht zu den Lieblingskontrahenten zählt. Ein besonderer Dank gilt dem Schiedsrichter:innenteam: Mit Lena Hirtl leitet heute eine Frau, unterstützt von Gerald Bognar und Heike Leitinger, das Spiel – eine Seltenheit im Männerfußball. Seit 2012 hat sie bereits 633 Spiele gepfiffen. Danke für euer Engagement und eure Vorbildfunktion!

Das Trainerteam reagiert auf die Niederlage in Scheiblingskirchen mit Umstellungen. Im Tor bleibt Christoph Haas unangefochten die Nummer eins, flankiert von den bewährten Außenverteidigern Marko Grubesic und Sam Schutti. In der Innenverteidigung starten Kerim Abazović und der Neuzugang Filip Drljepan. Das Spielmacherduo bleibt unverändert: Kapitän Konstantin Kerschbaumer und Kürsat Güclü ziehen weiterhin die Fäden. Im Angriff rückt Eren Keles an die Spitze, während Nicholas Wunsch seinen Platz im Mittelfeld einnimmt. Auf den Flügeln setzen die Hernalser auf Bewährtes und Neues: Rechts sorgt wie gewohnt Samuel Oppong für Tempo, links debütiert Floris van Zaanen gegen seinen Ex-Verein.

Die Gäste aus Floridsdorf in roten Dressen machen von Anfang an Druck. Neuzugang Stogiannidis und Schneider drängen auf der rechten Seite nach vorne und erkämpfen die ersten Standardsituationen, doch Haas und Wunsch klären souverän. Grubesic bereinigt einen Einwurf der Gäste mit Bravour (7. Min.). Kurz darauf nutzt Domuzeti die Unsicherheit, setzt sich gegen Drljepan durch und dringt in den Strafraum ein. Haas eilt heraus und stoppt ihn mit gestreckten Armen. Die Gäste fordern Elfmeter, doch Schiedsrichterin Hirtl bleibt bei ihrer Entscheidung (10.).

Die erste große Chance für den WSC ergibt sich (14.): Nach einem Ballverlust der Gäste leitet Haas den Konter ein und findet van Zaanen, der sich durch das gesamte Feld dribbelt. Sein Steilpass auf Keles am linken Strafraumeck ist perfekt getimt. Keles flankt zurück zur Mitte, doch van Zaanen verpasst den Ball knapp vor dem Tor. Das Spiel entwickelt sich zu einem Hin und Her. Haas blockt einen Weitschuss von Ruiss ab (19.). Ein Freistoß von Keles aus 25 Metern wird von der Mauer abgefälscht und landet im Aus (21.). Die größte Chance der Gäste bis dahin entsteht, als Domuzeti nach einem Zweikampfverlust von Wunsch aus 28 Metern abzieht und der Schuss knapp das rechte Toreck verfehlt (25.).

Die Hernalser Offensivabteilung überrumpelt kurz darauf die Abwehr der Gäste: Grubesic sprintet die rechte Seite entlang und findet Oppong, dessen Flanke in die Mitte von Zwickl geblockt wird. Der zweite Ball landet bei Wunsch, dessen Schuss abgefälscht übers Tor geht (33.). Nur 2 Minuten später feuert Wunsch nach einer Vorlage von Oppong erneut ab, doch diesmal wehrt Habetler den Ball ab (35.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff besteht Haas die Härteprüfung, als ein langer Pass auf Stogiannidis den Stürmer ins Eins-gegen-Eins gegen den Keeper bringt – Haas pariert souverän.

Die erste Halbzeit zeigt, dass die Gäste den besseren Start erwischt haben, während die Hernalser sich zunächst mit eigenen Ballverlusten beschäftigen. Spannend ist der Kontrast der Flügel: Rechts setzt das Duo Grubesic und Oppong auf Tempo und direkte Läufe, links agieren Schutti und van Zaanen eher mit Passspiel und Flanken, die jedoch oft in Einwürfen enden.

Mit drei Auswechslungen zu Beginn der zweiten Hälfte zeigt das Trainerteam Reaktion. Der eingewechselte Sutterlüty kombiniert in einem Konter mit Wunsch, doch dessen Weitschuss landet über dem Tor. Lange Zeit bleibt das Spiel zäh. Während Drljepan und Abazović in der Defensive gute Übersicht bewahren, suchen Mittelfeld und Sturm vergeblich nach Lücken. Erst in der 64. Minute findet Güclü eine Gasse: Sein langer hoher Ball auf Pecirep ist perfekt, doch der Stürmer schießt den Ball ins Aus. Die Gäste antworten prompt, als Stogiannidis von links in den Strafraum flankt, doch der Ball fliegt über Holzer hinweg (68.). Die kompakte Abwehrreihe der Gäste um Puchegger, Haselmayr und Zwickl drängt den WSC immer wieder aus dem Strafraum zurück.

In der 81. Minute setzt sich Holzer im Zweikampf gegen Drljepan durch, doch Haas blockt seinen Schuss. Auf der anderen Seite wird Sahanek im Konter von Zwickl gestoppt. Ein guter Einwurf von Sahanek findet Kerschbaumer, dessen Flanke in die Mitte von Habetler mit der Faust abgewehrt wird. Auch den zweiten Ball von Wunsch hält der Torhüter sicher. Kurz vor dem Schluss erkämpft der eingewechselte Radulovićc einen Freistoß und tritt aus 22 Metern selbst an (88.). Der Ball fliegt hauchdünn am rechten Kreuzeck vorbei. Ein Treffer wäre wohl der Spielentscheidung gleichgekommen. Die nervenauftreibende Nachspielzeit hat in sich: Haas muss erneut im Rauslaufen klären, als er den Ball rutschend vor Dimoski abfängt (90.). Sutterlüty versucht nach einer Ecke sein Glück mit einem Weitschuss, doch der Ball verfehlt das Tor nur um Haaresbreite (90+2.).

Fazit

Es war ein hart umkämpftes Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Chancen hatten, das schließlich mit einer verdienten Punkteteilung endete. Aus meiner Sicht war definitiv unser Torwart Christoph Haas Spieler des Tages, der sehr gut kalkuliert rausläuft und kein Thomas-Gebauer-Kamikaze riskiert.

Aufstellung Wiener Sport-Club: Christoph Haas; Marko Grubesic (80. Stefan Radulović), Sam Schutti (HZ Paul Sahanek), Filip Drljepan, Kerim Abazović; Kürsat Güclü, Konstantin Kerschbaumer (K), Nicholas Wunsch; Samuel Oppong (HZ Rocco Sutterlüty), Eren Keles (HZ Darijo Pecirep), Floris van Zaanen (80. René Kriwak)

Aufstellung SR Donaufeld: Mark Habetler; Ilija Petkovic, Patrick Puchegger, Lukas Haselmayr, Marvin Zwickl (90+3. Florian Suschitz), Tunahan Mercan; Luca Ruiss (75. Abdul Yazici), Philip Schneider (K); Armin Domuzeti (90+3. David Dimoski), Marcel Holzer, Aris Stogiannidis (81. Dominic Dziurdzik)

Gelbe Karte Wiener Sport-Club

15. Schutti (U)

Gelbe Karten SR Donaufeld

61. Haselmayr (U)

89. Yazici (U)

90+1. Schneider (F)

90+1. Domuzeti (U)

Text: Thomas Flixeder
Foto: Benjamin Zakary

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