Turbulentes Spiel in Krems – 4:3!

Oktober 4, 2026
Sieben Tore, jede Menge Emotionen: Nach einem 0:2-Rückstand nach 12 Minuten kämpfen wir uns zweimal zurück, zuletzt per Tiki-Taka-Traumtor zum 3:3. Am Ende trifft aber Starkl zum 4:3, und auch ein Abseitstreffer in der Schlussphase ändert nichts mehr an der knappsten aller Auswärtsniederlagen.

Freitag, 2.10.2026 – 19.30 Uhr / 10. Runde RLO

SPG Krems SC/Getzersdorf KM – Wiener Sport-Club 4:3 (3:2)

Sepp-Doll-Stadion, 1.200 Zuschauer:innen

Schiedsrichter: Martin Tatzber, BEd

Assistenten: Richard Szombati, Dusan Kracunovic

Spielbericht

Mit dem voll besetzten REX 4 geht es von Spittelau beziehungsweise Heiligenstadt Richtung Wachau. Gesprächsthema neben dem Spiel sind natürlich der Sturm und die letzten Termine der Weinsaison. Im Sepp-Doll-Stadion angekommen, begrüßen wir die Startformation schon beim Aufwärmen: Im Tor steht Christoph Haas, davor die Defensive aus Marko Grubesic, Kerim Abazović, Filip Drljepan und Sam Schutti. Im Mittelfeld laufen Kapitän Konstantin Kerschbaumer, Kürsat Güclü und Nicholas Wunsch auf, vorne bilden Eren Keles, Darijo Pecirep und Rocco Sutterlüty das Sturmtrio.

Die Gastgeber aus Krems drücken direkt nach dem Anpfiff gleich mächtig. Zilic, Seidl und Ex-WSC-Spieler Neumayer schieben die gesamte Defensivkette weit nach vorne, doch Kerschbaumer und Grubesic lösen den Druck gerade noch auf. Während die angereisten Fans „500 Miles“ covern, findet Yilmaz die erste gute Chance: Sein Freistoß fliegt an der von Keles und Sutterlüty gebildeten Mauer und am linken Kreuzeck vorbei (4. Min.). Die nächsten guten Möglichkeiten gehören den Hernalsern – ein Kopfball von Keles und ein Weitschuss von Sutterlüty. Doch dann fällt das 1:0. Starkl dribbelt unaufhaltsam in den Strafraum, zieht zum linken Strafraumeck und hämmert das Leder ins Netz (10.). Die Kremser nutzen kurz nach der Führung eiskalt den Überraschungseffekt: Yilmaz setzt sich im Strafraum gegen Abazović durch und jagt den Ball an die Innenlatte – 2:0 (12.). Die Heimmannschaft bleibt am Drücker: Seidl legt in den Strafraum auf Starkl ab, der vor dem fast leeren Tor abschließen will; Schutti blockt den Schuss rechtzeitig mit dem Fuß (14.).

Nach einer Viertelstunde wachen die Dornbacher auf. Sutterlüty tänzelt durch die Reihen und findet Keles, der im Zusammenspiel mit Grubesic die Kugel flankt – knapp an Wunsch vorbei (17.). Keles probiert seine Flankentechnik ein weiteres Mal, diesmal mit Erfolg: Wunsch nimmt den Ball mit dem Fuß mit und zieht mit voller Wucht ab – 2:1 (18.). Jetzt drücken auch die Wiener aufs Pedal: Sutterlüty marschiert durchs Feld und schickt Keles rechts auf die Reise. Vor dem Ziel überlisten Wunsch und Keles den Torwart mit einem Doppelpass – 22. Minute, 2:2! Doch der Ausgleich hält nur kurz. Zilic zieht aus 25 Metern ab, Haas wehrt ab, doch der Ball landet genau vor den Füßen von Alexiev, der zum 3:2 einschiebt (26.). Das Spiel entwickelt sich nun zu einem Hin und Her: Schutti und Wunsch scheitern bei guten Chancen am starken Gschossmann, während unsere Defensive den gefährlichen Kontern von Yilmaz und Zilic standhält.

Die zweite Hälfte beginnt vielversprechend für die Hernalser: Sie übernehmen die Spielkontrolle und agieren körperbetont. Die Kremser stehen nun tief und lauern auf Konter. Lange müssen die angereisten Fans auf den Anschlusstreffer warten, schließlich fällt er in der 68. Minute nach wunderschönem Tiki-Taka zwischen Wunsch und Keles: 3:3! Laut Karl war der Treffer „ein richtiger Tekker“. Die Hernalser wollen mehr als das Unentschieden und riskieren folglich auch mehr: Schutti agiert zeitweise als zusätzlicher Stürmer. So startet er in der 75. Minute eine Offensivaktion mit Kerschbaumer, am Ende fordert Wunsch mit einem Halbvolley den Torwart. Mit dem eingewechselten Tabakovic ändert sich die Spielkontrolle: Er bedient blitzschnell Starkl im Strafraum, der zum 4:3 vollstreckt (79.) – die Jokerkarte des Majors geht auf! Kurze Aufregung gibt es in der 83. Minute: Pecirep schickt einen langen Ball nach vorne, Wunsch nimmt ihn gekonnt an und geht im Zweikampf im Strafraum zu Boden. Er reklamiert Elfmeter, sieht aber für eine Schwalbe die Gelbe Karte. Wenig später wäre fast der Ausgleich geglückt: Pecirep köpft eine Freistoßflanke von Van Zaanen ins Netz, der Treffer wird aber wegen Abseits nicht anerkannt. In der Nachspielzeit versucht Pecirep erneut sein Glück, doch Innenverteidiger Schmidt klärt vor der Linie.

Fazit

Trotz der harten Niederlage hat auf dem Platz vor allem das Duo Wunsch-Keles geglänzt. Beide haben sich immer wieder gefunden und waren auch bei den Offensivaktionen am erfolgreichsten. Daneben bleibt von diesem Auswärtsspiel aber auch ein bitterer Nachgeschmack. Bei der Abreise verabschiedete sich ein Zuseher bei uns mit homophoben Beleidigungen. Das zeigt einmal mehr: Homophobie gibt es nicht nur in Cottbus, sondern leider auch in Niederösterreich. Dazu sage ich ganz klar: Nein Danke!

Aufstellung Krems SC: Felix Gschossmann; Fabian Eggenfellner (K), Thomas Alexiev, Marius Schmidt; Marcel Pemmer, Burak Yilmaz, Clemens Seidl, Andree Neumayer, Konstantin Sommer (73. Haris Tabakovic), Mateo Zilic (85. Niklas Pihringer); Dominik Starkl

Aufstellung Wiener Sport-Club: Christoph Haas; Marko Grubesic (85. René Kriwak), Sam Schutti, Filip Drljepan, Kerim Abazović; Kürsat Güclü, Konstantin Kerschbaumer (K) (81. Floris Van Zaanen), Nicholas Wunsch; Eren Keles, Rocco Sutterlüty (73. Samuel Oppong), Darijo Pecirep

Torfolge

1:0 Starkl (10.)
2:0 Yilmaz (12.)
2:1 Wunsch (18.)
2:2 Keles (22.)
3:2 Alexiev (26.)
3:3 Keles (68.)
4:3 Starkl (79.)

Gelbe Karte Krems SC

35. Neumayer (U)

Gelbe Karten Wiener Sport-Club

25. Grubesic (U)
47. Abazović (F)
68. Keles (U)
69. Güclü (F)
84. Wunsch (U)

Text: Thomas Flixeder
Foto: Benjamin Zakary

 

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