Eine Woche nach dem Cupfight gegen die Wiener Austria kommt der SC Neusiedl an den Sportclubplatz. Von Ligatristesse kann aber keine Rede sein: Der Sport-Club will im vorletzten Heimspiel der Hinrunde die starken Leistungen bestätigen und im Kampf um die Tabellenspitze einen weiteren Sieg einfahren. Der SC Neusiedl kommt mit einer dürftigen Auswärtsbilanz nach Dornbach: In fünf Gastspielen blieb man punktlos und erzielte nur einen einzigen Treffer – geht mit einem neuen Trainer nun aber hochmotiviert in die kommenden Spiele.

Freitag, 23.10.2020, 19:30 / Regionalliga Ost, 10. Runde
Wiener Sport-Club – SC Neusiedl am See 1919
Sportclub-Platz

Schiedsrichter: Klaus Kastenhofer
Assistenten: Tomasz Romaniuk, Bernhard Streitner

VORSCHAU

Den SC Neusiedl traf der Saisonabbruch im Frühjahr hart, sogar um das Fortbestehen des Vereins musste man zittern. Geholfen hat unter anderem ein fiktives Heimspiel gegen den Wiener Sport-Club, welches Ende April anstelle des Spiels auf dem grünen Rasen virtuell stattfand. Die Unterstützung beider Fanlager half den Neusiedlern und so konnte man zur neuen Saison nun doch wieder in der Regionalliga starten.

Wenig überraschend kam es dennoch zu einem größeren Kaderumbruch im Sommer: Allen voran der Abgang von Toptorjäger Osman Bozkurt schmerzt gewaltig. Mit 12 Treffern war der mittlerweile 36-Jährige Führender der Torschützenwertung und mehr als nur die Lebensversicherung der Burgenländer, erzielte er doch fast die Hälfte aller Neusiedl-Tore. Gemeinsam mit Christoph Leitgeb und Andre-Eric Tatzer zog es ihn zur Ligakonkurrenz nach Wiener Neustadt. Elvedin Buljubasic sollte ihn im Angriff ersetzen, wechselte dann aber kurz vor Fristende zum finanzstarken Landesligisten Siegendorf.

Insgesamt 14 Neuzugänge stehen im Kader auf der Habenseite, nur vier von ihnen sind älter als 20 Jahre. Gleich fünf Spieler wurden aus der eigenen Reserve hochgezogen. Zwei der Neuzugänge sind auch noch am Sportclubplatz wohlbekannt: Daniel Maurer kam im Sommer direkt vom WSC, Jan Feldmann versucht sich nach einer Saison beim fünftklassigen SC Korneuburg erneut in der Regionalliga. Anfang des Jahres wechselte Trainer Hannes Friesenbichler zum SV Stripfing (kam dort letztlich aber nur zu zwei Ligaspielen), Co-Trainer und Spieler Sascha Steinacher übernahm das Amt und agierte fortan als Spielertrainer.

Die Saison begann für das junge Team gar nicht schlecht: Nach einer unglücklichen 0:1-Niederlage in Leobendorf zwang man den Europacupteilnehmer Wolfsberger AC in der ersten Runde des ÖFB-Cups mit einem 2:2 in die Verlängerung. Auch wenn man letztendlich ausschied, konnte man am nächsten Spieltag einen ungefährdeten 3:0-Sieg im Derby gegen Draßburg feiern. Danach ging es aber steil bergab: Es setzte vier Niederlagen in Folge, Tiefpunkt war das Duell gegen Bruck/Leitha, in dem man sich trotz Führung noch mit 1:6 geschlagen geben musste. So ist die Bilanz in der Liga vor allem auswärts ernüchternd: In fünf Auswärtsspielen kassierte man fünf Niederlagen und erzielte nur einen einzigen Treffer – der Abgang von Bozkurt konnte also noch nicht aufgefangen werden. Nach dem Spiel gegen Bruck übernahm Sektionsleiter Günter Gabriel das Amt als Cheftrainer und debütierte unter der Woche gegen die Wiener Viktoria. Durch den 2:1-Sieg konnte man den letzten Tabellenplatz verlassen. Sascha Steinacher wird sich fortan wieder auf seine Rolle auf dem Platz fokussieren, wurde von den jungen Spielern für seine Arbeit als Trainer aber gelobt. Die Chemie stimmt im Team also trotz der Platzierung im Tabellenkeller, einige Niederlagen ließen sich sicherlich auch auf die noch fehlende Kaltschnäuzigkeit zurückführen.

Der Sport-Club hingegen will gut einen Monat vor der Winterpause seine bisherigen Leistungen bestätigen. Gegen die Wiener Austria stand Mirza Berkovic in dieser Saison erstmalig in der Startelf und zeigte, wie das gesamte Team, eine starke Leistung. Der ein oder andere Fan dürfte sich angesichts der Tatsache, dass sein letzter Startelfeinsatz in einem Pflichtspiel sieben Monate zurücklag, verwundert die Augen gerieben haben. Auch die Ausfälle von Jürgen Csandl und Christian Hayden konnten von Nenad Vasiljevic und Thomas Jackel gut aufgefangen werden. Ivan Andrejevic kam nach seiner Einwechslung wieder in der Offensive zum Zuge und erzielte sein zweites Saisontor, auch Igor Klaric und Lucas Pfaffl dürften in den kommenden Wochen wieder wichtige Rollen einnehmen.

Durch die pokalbedingte Verlegung des Spitzenspiels in Leobendorf konnten einige Konkurrenten in der Regionalliga wieder Punkte sammeln, Bruck/Leitha ist neuer Spitzenreiter und Traiskirchen kam auf drei Punkte an den WSC heran. Auf den Sport-Club kommen nun sieben Spiele in fünf Wochen zu, die schweren Partien in Leobendorf und beim FC Marchfeld werden sogar innerhalb von nur vier Tagen gespielt. Das Match gegen Neusiedl ist nach den vielen Heimspielen der letzten Wochen bereits das vorletzte Heimspiel der Hinserie, Anfang November kommt das Team Wiener Linien noch nach Dornbach, die Amateurmannschaft der Admira kommt Ende November vor der Winterpause schließlich noch zum ersten Heimspiel der Rückrunde. Der Sport-Club hofft gegen den SC Neusiedl wie immer auf die Unterstützung seiner großartigen Fans und drei wichtige Punkte.

Zusatzinformationen

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