Mit dem FC Mauerwerk kommt am Freitag eine echte Wundertüte nach Dornbach. Kämpfte man in der letzten Saison gegen den Abstieg und profitierte vom Ligaabbruch, hat man heuer wieder das Ziel Aufstieg ausgegeben und hierfür eine ganz neue Mannschaft mit vielversprechenden Spielern zusammengestellt. Nach zwei Niederlagen zeichnet man sich nun wenige Tage vor dem Spiel beim Sport-Club für den ersten Trainerwechsel der Saison verantwortlich. Der WSC will, eine Woche vor dem Cupspiel gegen Austria Wien, die Tabellenspitze verteidigen und drei wichtige Punkte einfahren.

Freitag, 09.10.2020, 19:30 / Regionalliga Ost, 8. Runde
Wiener Sport-Club – FC Mauerwerk
Sportclub-Platz

Schiedsrichter: Isa Simsek
Assistenten: Cagri Demir, Ahmet Bayar

VORSCHAU

Anfang des Jahres war der FC Mauerwerk in aller Munde: Nach einer mehr als durchwachsenen Hinrunde und einem Platz im unteren Drittel der Tabelle versuchten die mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestarteten Simmeringer in der Winterpause ihren Kader umzugestalten. Allerdings wurden gleich sieben Spieler zu spät angemeldet, hatten somit keine Spielberechtigung und durch die Abgänge anderer Spieler stand man plötzlich mit einem viel zu kleinen Kader da. Letztlich profitierte das Team von Trainer Stefan Rieger vom Saisonabbruch, verblieb in der Regionalliga Ost und konnte im Sommer eine neue Mannschaft zusammenstellen. Rieger war einer von gleich drei Trainern, die die Mannschaft in der kurzen Saison betreuten, unter ihnen auch der ehemalige Sport-Club-Coach Norbert Schweitzer, der noch beim Aufeinandertreffen im November auf der Bank des FC Mauerwerk saß. Nach nur drei Pflichtspielen in dieser Saison löst ebenjener seinen Nachfolger nun wieder ab.

Die vielen Neuzugänge bilden sich einerseits aus Spielern von Ligakonkurrenten, so kamen z.B. Kröhn und Weingrill vom FC Marchfeld, Kuru und Perlak aus Wiener Neustadt oder Jatic vom FCM Traiskirchen, darüber hinaus kehrten mit Stojanovic und Stevanovic zwei Routiniers aus Stripfing bzw. Leobendorf zurück. Auf der anderen Seite verpflichtete man eine Reihe an Spielern, die zum ersten Mal ihr Glück in Österreich versuchen. Stürmer Vidovic wechselte aus der zweiten bosnischen Liga, spielte zuletzt in der Saison 2018/19 in der dortigen ersten Liga, zudem war er zeitweise Kapitän der bosnischen U19-Nationalmannschaft. Tormann Mikulic, ausgebildet bei Dinamo Zagreb, kann ein Erstligaspiel für Lokomotiva Zagreb und einige Zweitligapartien in Kroatien für sich verbuchen. Zudem saß er für den kroatischen Rekordmeister schon in der Champions League auf der Bank und durchlief quasi sämtliche Jugendnationalmannschaften Kroatiens. Der erst 18-jährige Grieche Mitsopoulos wurde u.a. bei Panathinaikos Athen, RB Leipzig und Dynamo Dresden ausgebildet, der Slowake Marek Duben spielte in den beiden vergangenen Jahren für den FC Nitra in der heimischen Fortuna Liga, war ebenfalls Jugendnationalspieler. Solomon Duah kann über 100 Einsätze in der obersten finnischen Liga vorweisen, auch er spielte in den Junioren-Auswahlmannschaften. Hier kamen im Sommer also einige gut ausgebildete Spieler zusammen.

Zu beantworten bleibt die Frage nach der Motivation, sollte diese stimmen, dürften die Simmeringer vorne mitspielen. Dafür muss man es aber schaffen, aus den Spielern innerhalb kürzester Zeit ein Team zu formen, Ambitionen auf den Aufstieg hegt Präsident Mustafa Elnimr ohnehin weiter. Auch der Verein selbst hat im Sommer einen Wechsel vollzogen: Aus Schwechat ist man nach Wien zurückgekehrt und spielt nun auf dem Wienerberg-Platz im 10. Bezirk.

Die bisherige Saison verlief ernüchternd, obwohl man sportlich vielversprechend gestartet war: So gewann man am ersten Spieltag mit 3:1 gegen Draßburg, das Spiel gegen Wiener Linien wurde wegen des ÖFB-Cup-Spiels des Gegners verschoben, ein Testspiel gegen die Amateure von Rapid Wien entschied man mit 3:0 für sich. Danach hatte Mauerwerk mit Coronafällen in den eigenen Reihen zu kämpfen. Nachdem man alle Spieler in Quarantäne schickte, konnte fast drei Wochen lang nicht trainiert werden. Eher spontan musste man dann mit nur zwei Tagen Training in den Beinen in der 6. Runde bei Bruck/Leitha antreten und verlor 2:4 gegen eine Mannschaft, die bislang jedes Spiel planmäßig bestreiten konnte. Mauerwerk beendete die Partie nach Ausschlüssen gegen Kapitän Stevanovic und Toptorschütze Vidovic (3 Treffer in 2 Spielen) mit acht Feldspielern, insbesondere in der Defensive fehlte es an Abstimmung. In das Spiel gegen die Wiener Viktoria ging man dann entsprechend verunsichert und verlor 0:3, daraufhin trennte man sich nach nur drei Saisonspielen gar von Trainer Rieger. Beerbt wird er von seinem Vorgänger Schweitzer. Ob dieser oder der bisherige Co-Trainer Patrick Kasuba am Freitag auf der Bank Platz nehmen wird, bleibt abzuwarten. Auch Kasuba kennt den Wiener Sport-Club bestens, war er doch zwischen 2014 und 2019 Trainer des Frauenteams und in der Saison 2015/16 vor der Fusion mit dem WSK Spielertrainer des Wiener Sport-Club in der 2. Klasse.

Nachdem Julian Küsslers Schuss wenige Minuten vor Ende der Partie gegen Traiskirchen noch an die Latte abgewehrt werden konnte, musste der Sport-Club zum ersten Mal in dieser Saison Punkte abgeben und sich mit einem Unentschieden begnügen. Die Zuschauer*innen waren aber keineswegs enttäuscht, war die Partie doch auf hochklassigem Niveau und man mit Siegen aus den bisherigen vier Heimspielen geradezu verwöhnt worden. Am letzten Wochenende konnte man dann durch ein 2:0 beim Meisterschaftsfavoriten SV Stripfing nachlegen und die Tabellenspitze weiter verteidigen.

Mit der Verletzung von Kapitän Philip Dimov musste man den Sieg in Stripfing leider teuer bezahlen, zudem wird Corvin Aussenegg in den nächsten Wochen fehlen. Mit Lucas Pfaffl und Mirza Berkovic stehen dafür zwei zuletzt verletzte Spieler wieder auf dem Sprung zur Mannschaft und eröffnen Trainer Robert Weinstabl so weitere Optionen. Vielleicht will sich auch noch der eine oder andere Spieler mit einer guten Leistung gegen Mauerwerk in die erste Elf für das Cupspiel gegen Austria Wien (wird live auf ORF SPORT + übertragen) spielen. Die Fans des Wiener Sport-Club dürften jedenfalls wie gewohnt ihre Mannschaft unterstützen und sie in Richtung Heimsieg peitschen.

Zusatzinformationen

Zuletzt gespielt:

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5:1 (3:0)

25.09.2020

Regionalliga Ost

6. Runde

Wiener Sport-Club – SG Traiskirchen/Tr.

1:1 (1:1)

 

FC Mauerwerk

04.10.2020

Regionalliga Ost

7. Runde

FC Mauerwerk – Wiener Viktoria

0:3 (0:0)

25.09.2020

Regionalliga Ost

6. Runde

ASK/BSC Bruck/Leitha – FC Mauerwerk

4:2 (3:1)

04.09.2020

Freundschaftsspiel

 

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Letzte Spiele gegeneinander

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15.11.2019

Regionalliga Ost

16. Runde

Wiener Sport-Club – FC Mauerwerk

2:2 (2:2)

02.08.2019

Regionalliga Ost

1. Runde

FC Mauerwerk – Wiener Sport-Club

1:3 (0:2)

 

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