Im nächsten Heimspiel bekommt es der Sport-Club mit Wiener Neustadt zu tun. Nach mäßigem Start kam die neu formierte Mannschaft der Niederösterreicher schön langsam in die Gänge und feierte mit dem 3:0 in der 1. Cuprunde auswärts gegen Deutschkreutz den ersten Pflichtspielsieg, der Lust auf mehr machte. Es folgte jedoch eine Achterbahn-Fahrt:  Gegen Draßburg setzte es eine enttäuschende 0:1 Heimniederlage, gefolgt vom 2:0 gegen Neusiedl/See. Für die Hernalser, die nach der Gala-Vorstellung gegen den FC Marchfeld/Donauauen noch mit weißer Weste dastehen,  ist jedenfalls  Vorsicht geboten. Ungeachtet dessen will die Elf von Trainer Weinstabl  die Erfolgsserie fortsetzen und geht als klarer Favorit in die Partie.

Freitag, 18.9.2020 19.30 Uhr/5. Runde RLO
Wiener Sport-Club – 1. Wiener Neustädter SC
Sportclub-Platz

Schiedsrichter: Markus Kouba
Assistenten: Ozan Akar, Davor Divkovic

VORSCHAU

In seiner 112jährigen Geschichte hat der Fußballclub in Wiener Neustadt viele Höhen und Tiefen erlebt. In den letzten Jahren ging es sehr turbulent zu: Abstieg aus der 1. Liga, Zwangsabstieg aus der 2. Liga, im Vorjahr Konsolidierung in der Regionalliga Ost mit einem 10. Tabellenrang, als die Corona-Pandemie die Meisterschaft zum Erliegen brachte. Die neue Funktionärsgarde rund um Vorstand Rainer Spenger hatte zwei Drittel des Schuldenbergs abgetragen; durch den Ausfall der Spiele und damit natürlich auch von Einnahmen eröffneten sich zwangsläufig neue wirtschaftliche Probleme. Der Profifußball wurde im Mai in Wiener Neustadt für beendet erklärt, der Verein stellte auf Amateurbetrieb um. Man trennte sich hierauf von Trainer Thomas Flögel und von Leistungsträgern wie Goalie Bartolomej Kuru und Michael Perlak (gingen zu Mauerwerk), Matus Paukner, der jetzt in Bruck/Leitha auf Torjagd geht, Alec Flögel (spielt jetzt in Schwechat) und Verteidiger Thomas Jackel, der heuer beim Wiener Sport-Club aufläuft. Ziel mit der neu formierten Truppe ist es, einen Platz im unteren Mittelfeld zu erreichen. Möglich machen sollen das der neue Trainer Jürgen Burgemeister, ein Vereins-Urgestein, und Sportdirektor Griesmayer, der lange Zeit bei Mattersburg – sowohl bei den Profis wie bei den Amateuren – tätig war. Der „Fußball-Professor“, Entdecker und jetzt Partner von Ex-Teamkapitän Christian Fuchs an der Fußballakademie – soll an der Schnittstelle zwischen Kampfmannschaft, Amateuren und Nachwuchs arbeiten. Die zumeist sehr jungen neuen Spieler stammen aus Wiener Neustadt und dem Umfeld und sollen zu einer Qualität geführt werden, die ihnen einen weiteren Aufstieg ebnet. Ohne Routiniers geht es aber auch bei diesem Neuanfang nicht. Kapitän Thomas Piermayr, nach seinen knapp 100 Bundesligaspielen jahrelang im Ausland aktiv, gibt jetzt der Abwehr den nötigen Halt, assistiert von Luka Radulovic, den man aus den USA nach Wiener Neustadt zurückholte. Im Tor steht jetzt Philipp Klar, der von Elektra kam und auch schon beim Sport-Club im Kader stand. Christoph Leitgeb, Andre-Eric Tatzer und der ewig junge Osman Bozkurt kamen von Neusiedl/See und bringen genug RLO-Erfahrung mit. Wenn Not am Mann ist, springt auch der 37jährige Andreas Gradinger als Verteidiger ein.

Die neue Mannschaft spielte in der Vorbereitung gegen unterklassige Gegner und hatte auch da einige Mühe, sich zu konsolidieren. Der Meisterschaftsstart gegen Bruck/Leitha spiegelte diesen schwierigen Weg. Die Partie ging glatt mit 0:3 verloren; das Spiel gegen Neusiedl wurde coronabedingt abgesagt, worauf man bei der Wiener Viktoria gastierte, die zum Teil eklatante Feldüberlegenheit aber nicht in zählbare Erfolge umsetzen konnte. Der 3:0 Cupsieg gegen Deutschkreutz war ein Befreiungsschlag, auch für Goalgetter Bozkurt, der den ersten Pflichtspieltreffer der Saison erzielte. In Wiener Neustadt schien damit die Talsohle überwunden zu sein, doch die heiß ersehnte Heimpremiere gegen die bis dato punktelosen Draßburger ging 0:1 verloren. Über weite Strecken war das Schlusslicht überlegen, erst im Finish drehte Wiener Neustadt auf, jedoch ohne zählbaren Erfolg. Am Dienstag gab es gegen Neusiedl/See mehrfach Grund zur Freude: Mit 2:0 der erste Sieg, nach zwei Fehlanzeigen die ersten beiden Treffer und in der ersten Hälfte eine Leistung, mit der man rundum zufrieden sein konnte. Nach der Pause flachte die Partie ab, denn Wr. Neustadt war mit den Kräften am Ende.

Beim Sport-Club hängt der (Fußball-)Himmel derzeit voller Geigen. Zu Hause wurden der aktuelle Tabellenführer Bruck und der Vorjahresmeister Marchfeld/Donauauen besiegt, auswärts ließ man der Wiener Viktoria kaum eine Chance. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann das Nachlassen in der Schlussviertelstunde, wo die Abwehr zumeist mehr unter Druck steht, als einem lieb sein kann. Dabei fällt auf, dass der sonstige Kombinationsfluss verloren geht und der Defensive kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Gegen den FC Marchfeld wurde 80 Minuten toller Sport in Schwarz-Weiß geboten, mit dem einzigen Manko, dass Chancen für eine komfortable Führung vergeben wurden und dadurch im Finish noch zwei heikle Situationen zu überstehen waren – Prögelhof sei Dank hielt der Vorsprung.

Nicht nur der direkte Vergleich der beiden Spiele gegen Toni Polsters Truppe spricht für die Hernalser. Trotzdem soll man die neu formierten und damit unberechenbaren Neustädter nicht unterschätzen und hoffen, dass die Dornbacher die Dauerbelastung der englischen Wochen besser überstanden haben als ihr Kontrahent. Als gutes Omen ist zu werten, dass die letzte Heimpartie gegen die Niederösterreicher 4:1 gewonnen wurde.

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