Die Dornbacher gingen gegen den Tabellenzweiten durch einen Josic-Freistoß rasch in Führung und beherrschte die Anfangsphase klar. Nach ca. 15 Minuten erfing sich Mauerwerk und hatte bald ein Übergewicht. Der Ausgleich in Minute 35 war die Folge, und die Hausherren erzeugten bis zur Pause viel Druck. Nach Seitenwechsel waren die Hernalser offensiv, und Hirschhofer erzielte die neuerliche Führung. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, es entwickelte sich eine spannende, zeitweise dramatische Partie, wobei der Sport-Club den Vorsprung erfolgreich über die Distanz brachte.

Fr., 05.04.2019 – 19:30 | 21. Runde RLO
FC Mauerwerk : Wiener Sport-Club | 1:2 (1:1)
Rudolf-Tonn-Stadion Schwechat, 305 Zuschauer_innen

Schiedsrichter: Christopher Mayrhofer
Assistenten: Gökhan Orhan, Rene Stachel

Spielbericht

Der Sport-Club beginnt mit Kostner im Tor, in der Verteidigung stehen Maurer, Hayden, Csandl und Pfaffl, im defensiven Mittelfeld agieren Dimov und Berkovic; an den Flanken sind Silberbauer und Küssler postiert, im zentralen Mittelfeld ist Josic zu finden, während Hirschhofer als Sturmspitze gesetzt ist.

Bei nasskaltem Wetter beginnt der Sport-Club mit langen Ballstafetten und überrascht dadurch die Hausherren. Deren Pechvogel ist in doppelter Hinsicht Formose Mendy: Er begeht ein Foul, verletzt sich dabei selbst und humpelt vom Platz. Den Freistoß schießt Jakov Josiv in bewährter CR7-Manier, und Keeper Verwüster schlägt die Bogenlampe ins eigene Tor (3. Min.); erstmals haben die Hernalser Anhänger, die unter den 300 ZuschauerInnen deutlich in der Überzahl sind, Grund zum Jubeln. Auch danach beherrschen die Schwarz-Weißen klar den Gegner, versäumen aber, entscheidend nachzusetzen. Aber der 15. Minute erfängt sich die Truppe von Trainer Hans Kleer, und bei den Dornbachern schleicht sich so mancher Abspielfehler ein. Die Gastgeber kommen stets über die Flanken, und ein Kopfball von Ercan Kara erzeugt erstmals Gefahr (16. Min.). Stevanovic treibt von hinten an und Klaric schlägt die Flanken; all dies bereitet aber Kostner keine Probleme. Die erste Topchance hat Ercan Kara, er köpfelt aber freistehend über das Tor (32. Min.). Mauerwerk erhöht den Druck und erzielt auch den Ausgleich: Pass in den freien Raum, die Abseitsfalle klappt nicht, und Dubec zirkelt den Ball ins lange Eck; Kostner ist ohne Chance (35. Min.). Die Dornbacher wollen jetzt ins Spiel zurückkommen, die Hausherren dagegen das Momentum ausnützen – es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Mauerwerk gefährlicher ist: Kostner dreht einen Kara-Kopfball über die Latte und rettet das Remis in die Pause.

Am Beginn der 2. Hälfte erläuft Kara einen weiten Ausschuss, zieht aber überhastet ab (46. Min.). Danach übernehmen aber die Dornbacher das Kommando, Maurer und Pfaffl schalten sich immer wieder in die Angriffe ein; Csandl, zuletzt zweimal Torschütze, ist nach einem Eckball mit dem Kopf dran, trifft aber nicht richtig (50. Min.). Vorerst vertändelt Silberbauer noch einen schnellen Konter, danach fällt die neuerliche Führung. Maurer wird rechts angespielt und nicht attackiert; seine tempierte Flanke bekommt Hirschhofer am Fünfer (!) auf den Fuß, dieser fackelt nicht lange, und schon steht es 2:1 für den Sport-Club. (56. Min.). Mauerwerk wackelt bei Kontern gehörig, greift aber auch vehement an. Cornerserien und dicke Luft im Strafraum sind die Folge, ohne echte Gefahr zu erzeugen. Kostner hält einen tückischen Aufsitzer (67. Min.), bald wechselt Mauerwerk aber die Strategie: Lange Bälle auf „Kopfballungeheuer“ Kara (v.a. Eckbälle und Freistöße vom Weißrussen Kuhan) sollen die Wende erzwingen, die Dornbacher Defensive steht jedoch sicher. Bei Kontern sind die Schwarz-Weißen brandgefährlich; Mauerwerks Verteidiger sind alles andere als zimperlich, begehen grobe Fouls und handeln sich gelbe Karten ein. Küssler, der im Finish stark zulegt, scheitert zweimal per Kopf, nach Doppelpass mit ihm setzt sich Dimov durch, trifft aber nur die Stange (89.) – das wäre der Matchball gewesen. Stattdessen brennt es lichterloh vor Kostners Tor. Einen Kopfball nach Eckball sehen viele schon im Kasten, aber mit vereinten Kräften – Stange, Verteidiger und Keeper – ist der Ball dann im Torout. Die Nachspielzeit bringen die Hernalser routiniert drüber, und damit ist der erste Erfolg über den Aufstiegsaspiranten in trockenen Tüchern.

Fazit: Der Erfolg ist als knapp, aber verdient einzustufen. Die gesamte Mannschaft verdient ein Pauschallob. Ausgehend von kluger Defensivarbeit wurde dem Gegner Paroli geboten. Kostner war ein sicherer Rückhalt, Maurer und Pfaffl waren kaum zu überspielen, und im Zentrum ließen Csandl, Hayden, Dimov und im Finish auch Szerencsi die kopfballstarken Angreifer nicht zur Entfaltung kommen. Das Mittelfeld spulte ein immenses Laufpensum herunter, und Kapitän Dimov hätte sich ein Tor für seinen starken Auftritt verdient. Jubelnd abdrehen konnte Thomas Hirschhofer, zum ersten Mal im Frühjahr trat er auch als Goalgetter in Erscheinung. Daneben presste er an, verteilte die Bälle nach Abschlägen und war auch sonst stets anspielbar. Schön, dass die Mannschaft von Trainer Schweitzer nach der Heimniederlage gegen den Mittelständler Mattersburg so rasch eine Antwort fand und die Sensation der Runde schaffte!

Aufstellung FC Mauerwerk:
Info folgt

Aufstellung Wiener Sport-Club:
Kostner; Maurer, Hayden, Csandl, Pfaffl; Dimov (K), Josic; Silberbauer, Berkovic (71. Plank), Küssler (87. Szerencsi); Hirschhofer

Tore:
0:1 Jakov Josic (3.)
1:1 Daniel Dubec (35.)
1:2 Thomas Hirschhofer (60.)

Gelbe Karten FC Mauerwerk:
30.: Turgay Gemicibasi (Foul)
68.: Denis Adamov (Unsportl.)
76.: Kürsat Güclü (Kritik)
87.: Karim Sallam (Foul)
90+1.: Aliaksandr Kuhan (Foul)

Gelbe Karten Wiener Sport-Club:
75.: Jürgen Csandl (Foul)
85.: Philipp Plank (Unsportl.)