Willy Kaipel, legendärer Tormann, Trainer und überhaupt „Mann für alle Fälle“ beim Fußball in Hernals, wird am 20. November 70 Jahre jung – dazu herzlichen Glückwunsch von der gesamten Dornbacher Fangemeinde. Gleichzeitig soll dieses erfreuliche Ereignis – Willy ist rank, schlank und fit wie eh und je – Grund genug sein, einen Rückblick auf die vielfältige sportliche und berufliche Laufbahn der schwarz-weißen Galionsfigur zu geben.

Willy Kaipel

Fußball/Spieler
Willy wuchs in Riedlingsdorf (Burgenland) auf und kickte von klein auf im Garten und auf dem benachbarten Fußballplatz. Mit 10 Jahren spielte er erstmals beim ASKÖ Riedlingsdorf, vornehmlich aus Stürmer und Goalgetter. 1965, schon als Schlussmann, wechselte er zum SC Pinkafeld, der im Achtelfinale des ÖFB-Cups beim Wiener Sport-Club antrat. Der 17jährige Willy Kaipel vertrat dabei – trotz der 2:6 Niederlage – den Standardtormann dermaßen gut, dass er in den Notizbüchern der Talentesucher dick unterstrichen wurde. Im Sommer 1966 wechselte er zum Wiener Sport-Club, wo er in der 8. Runde den Legionär Brkljacic ersetzte und zum Einser-Goalie avancierte. Er blieb bis 1971 in Hernals und absolvierte insgesamt 73 Matches im Tor der Hernalser. Weitere Stationen waren Austria Salzburg und VÖEST Linz, ehe er im Oktober 1976 seine aktive Laufbahn beendete. 1970/71 wurde er zweimal ins Nationalteam einberufen, kam aber zu keiner Einsatzzeit.

WIENER SPORTKLUB – STEGERSBACH (TRAINER WILHELM KAIPEL); © FOTObyHOFER/Christian Hofer, 25.10.2013

Fußball/Trainer
Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit war Willy Kaipel auch als Trainer tätig, beginnend 1982/83 beim SV Oberwart. Von 1983 bis 1985 war er Co-Trainer des SK Rapid. Dabei vertrat er Trainer Baric beim Wiederholungsspiel der berühmt-berüchtigten „Flaschenwurf-Partie“ in Manchester, die von den Grün-Weißen 1:0 gewonnen wurde. 1992/93 war er erstmals Coach beim Wiener Sport-Club und erreichte den Aufstieg in die 1. Division. Denkwürdig ist die Abschluss-Partie beim GAK, bei der man ein Unentschieden benötigte. Nach 77 Minuten stand es 4:1 für die Grazer, doch mit 9 Feldspielern schafften die Dornbacher das schier Unmögliche und glichen noch zum 4:4 aus. Willy Kaipel wurde in dieser Saison zum österreichischen „Trainer des Jahres“ gekürt. 2001/02, 2006 und zuletzt im Spätherbst 2013 betreute er die Dornbacher, war immer dann zur Stelle, wenn Not am (guten) Mann herrschte.

Beruf
Willy Kaipel legte in Wien die Reifeprüfung ab und arbeitete parallel zu seinem Engagement beim Sport-Club im Bankensektor, zumeist in leitender Funktion. Daneben war er auch beim Sport-Club in wirtschaftlich turbulenten Zeiten als Manager an Bord. Zudem schrieb er ein Fußball-Fachbuch mit dem Titel „Das Torwarttraining in Theorie und Praxis“ (2 Auflagen). Ab 2002 hält er Seminare für Motivation und Teamentwicklung ab. In diesem Zusammenhang ist auch sein Fußballausbildungsmodell am Lehrbauhof in Guntramsdorf zu sehen. Hier können hoffnungsvolle Nachwuchskicker ihre Sportausbildung mit einer Lehre am Bau ergänzen.

Willy Kaipel lebt abwechselnd in Wien und im Burgenland und besucht sehr oft und sehr gerne die Heimspiele der Schwarz-Weißen. Im April 2017 kommentierte er gemeinsam mit Michael Knöppel live für PlatinTV das Heimspiel gegen die St. Pölten Juniors.
Er ist überzeugt davon, dass der Weg der Dornbacher wieder nach oben führt, wenn der Club breiter aufgestellt wird, die Fans mitarbeiten und ihre Ideen und Stärken einbringen dürfen.

Wir möchten im Namen der Fußballsektion des Wiener Sport-Club alles, alles Gute zum Geburtstag wünschen & freuen uns, Dich bald wieder am Platz zu sehen! Vielen Dank für alles, Willy!

Foto-Credit Beitragsbild:
WIENER SPORTKLUB – STEGERSBACH (TRAINER WILHELM KAIPEL); © FOTObyHOFER/Christian Hofer, 25.10.2013